Streit um Fluglärm : Erst vier Prozent der Haushalte sind lärmgeschützt

In Frankfurt am Main gibt es 335 Millionen Euro für die Anwohner – davon ist man in Schönefeld noch weit entfernt.

von
WIe im Fluge. Bereits in einem Vierteljahr starten und landen die Maschinen auf dem neuen BER-Airport. Fragen des Lärmschutzes sind noch ungelöst. Foto: dapd/Timur Emek
WIe im Fluge. Bereits in einem Vierteljahr starten und landen die Maschinen auf dem neuen BER-Airport. Fragen des Lärmschutzes...Foto: dapd

Anwohner des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg in Schönefeld, die in Zukunft den Lärm der startenden und landenden Flugzeuge ertragen müssen, können derzeit nur neidisch nach Frankfurt am Main blicken. Dort ist es durch die neue Landebahn für viele Anwohner zwar auch sehr laut geworden, doch das Land Hessen, die Flughafengesellschaft, die Flugsicherung und Fluggesellschaften haben jetzt ein „Lärmschutzpaket“ beschlossen. In der „Allianz für Lärmschutz 2012“ sollen weitere 335 Millionen Euro in passive Schallschutzmaßnahmen fließen. So weit ist man in Schönefeld drei Monate vor der Aufnahme des Flugbetriebs noch nicht. Weitere Maßnahmen könnte aber der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft auf seiner nächsten Sitzung beschließen.

Ob Berlin und Brandenburg nach dem Vorbild Hessens zusätzliche Millionenbeträge aufwenden, um die krachgeplagten Anwohner besser zu schützen als bisher vorgesehen, ist zweifelhaft. Der Sprecher der Brandenburger Landesregierung, Thomas Braune, verwies lediglich auf die Ankündigung von Ministerpräsident Mathias Platzeck (SPD), dass Menschen „in besonderen Problemlagen“ auch besonders geholfen werden solle – über das bisher vorgesehene Maß hinaus. Der dafür erforderliche finanzielle Rahmen stehe noch nicht fest. Keine Angaben machte Braune, wer die Zusatzsumme aufbringen soll.

Das Debakel um den neuen Flughafen in Bildern
Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung für das Flughafen-Desaster übernommen. Am 24.05.2013 wies er jedoch eine persönliche Verantwortung für die mehrfache Verschiebung des Eröffnungstermins im BER-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses von sich. Doch nun, Mitte Dezember ist sein Comeback als Aufsichtsrat sicher.Weitere Bilder anzeigen
1 von 134Foto: dapd
13.12.2013 10:52Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung...

Die Flughafengesellschaft hat bisher aus ihrem Etat rund 140 Millionen Euro für den Lärmschutz vorgesehen. Weil sich inzwischen die Flugrouten geändert haben, musste das Lärmschutzgebiet neu berechnet werden. Hinzugekommen sind nun knapp 70 Häuser in Dahlewitz, in denen nach Angaben der Flughafengesellschaft rund 150 Menschen leben. Insgesamt sind bisher 25 500 Haushalte als schutzwürdig eingestuft worden.

31 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben