Demonstranten für den „grundsätzlichen Erhalt der Gasbeleuchtung“

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Trotz Bürgerprotesten : Senat bleibt dabei: Gasleuchten werden abgeschafft
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Strom oder Gas? Ein Unterschied ist nicht auszumachen, das Licht bleibt weich. In der Falckensteiner Straße in Kreuzberg kann man die Strahlkraft beider Typen vergleichen. Den 250 mit einer Menschenkette protestierenden Bürgern in Charlottenburg war das egal: Sie sind weiter gegen die Umrüstung des liebgewonnenen Gaslichts. Fotos: Davids; Kai-Uwe Heinrich (2)
Strom oder Gas? Ein Unterschied ist nicht auszumachen, das Licht bleibt weich. In der Falckensteiner Straße in Kreuzberg kann man...

Der Staatssekretär reibt sich zufrieden die fröstelnden Hände. „Sie sehen, hier wird dank der LED letztlich alles beim Alten bleiben.“ Man habe im Sommer 2012 auch eine Technik entwickelt, „mit der wir die historischen Laternenmasten problemlos elektrifizieren und so erhalten können.“ Bei der zur Zeit schon laufenden Umrüstung der Gasreihenleuchten auf Elektrobetrieb halte man hingegen an den Leuchtstoffröhren fest. Leuchtdioden lehne man „aus Sicherheits- und Spargründen“ ab. An Hauptstraßen brauche man helleres Licht, das die Röhren garantierten. Außerdem seien sie „sehr viel billiger“. Gleichwohl wurden auch dort Leuchtkörper mit einem warmen Lichtton ausgesucht, was allerdings umstritten ist: Die Gegner der Umrüstung bezeichnen das neue Licht als „kalt“.

Die Demonstranten setzten sich in Charlottenburg für den „grundsätzlichen Erhalt der Gasbeleuchtung“ ein. „Das ist ein einmaliger geschichtlicher Schatz, den müssen wir bewahren“, rief Bertold Kujat vom Verein Gaslichtkultur ins Megafon. Das sei „mehr wert als die Berechnungen des Senats zur Kosten-, Energie- und CO2-Einsparung, zumal man die ohnehin infrage stelle. Allerdings gaben etliche Teilnehmer der Menschenkette am Amtsgericht zu, dass sie die Debatte um die Laternen langsam verwirre. „Wer blickt da noch durch bei Begriffen wie LED, Leuchtstoffröhre, Reihenleuchte etc.“, sagen zwei ältere Anwohnerinnen, die sich fest an den Händen halten. „Wir haben einfach Angst vor zu grellem Licht und hässlichen neuen Lampen vor unserer Haustür.“ Falls „dieser Horror“ tatsächlich so nicht bevorstehe, könne man sich auch mit einem guten Kompromiss anfreunden.

Berliner Gaslaternen
Stephan Völker hat eine historische Aufsatzleuchte mit LED-Lampen versehen. Der Unterschied zum Gaslicht sei nicht erkennbar, sagt er. Manche sehen das anders.Alle Bilder anzeigen
1 von 5Foto: Thilo Rückeis
10.11.2012 20:09Stephan Völker hat eine historische Aufsatzleuchte mit LED-Lampen versehen. Der Unterschied zum Gaslicht sei nicht erkennbar, sagt...

Staatssekretär Christian Gaebler verwies am Freitagabend erneut auf die Vorteile der Elektrobeleuchtung. So verringert sich nach seinen Worten die CO2-Emission einer sechsflammigen Gasreihenleuchte bei Strombetrieb um rund 1,2 Tonnen pro Jahr, die Instandhaltungs- und Energiekosten sinken von jährlich 460 auf 44 Euro. Und bei den historisch aussehenden Aufsatzleuchten werde die Bilanz ganz ähnlich sein.

Deshalb hat das Umweltbundesamt dem Land Berlin vor kurzem einen 200 000-Euro-Zuschuss zugesagt. Damit will es die geplante Umwandlung von rund 700 Aufsatzleuchten im nördlichen Neukölln unterstützen, konkret: zwischen Körnerpark und Schillerkiez. Dies soll schon im kommenden Jahr geschehen. Die Umweltbehörde hat ausgerechnet, dass allein dadurch künftig 590 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr eingespart werden.

Ein guter erster Überblick über das Thema "Gaslaternen in Berlin" mit Darstellung der verschiedenen Laternenformen findet sich auch hier auf den Seiten der Senatsverwaltung.

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