U55 : Kanzlerbahn erreicht die Unterwelt

Eröffnung der neuen U-Bahn-Linie 55 rückt näher. Am Donnerstag wurden die ersten gelben Wagen nahe dem Hauptbahnhof per Spezialkran vom Tieflader gehoben,und präzise auf die Gleise in 18 Metern Tiefe gesetzt.

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Ein Spezialkran lässt die Waggons den Betonschacht herab... -Foto: dpa

Die feierliche Eröffnung der neuen U-Bahn-Linie 55 am 8. August rückt immer näher. Gestern wurden die ersten gelben Wagen nahe dem Hauptbahnhof per Spezialkran vom Tieflader gehoben, sanft durch die Luft geschwenkt, in einen fünf Meter breiten Betonschacht versenkt und präzise auf die Gleise in 18 Metern Tiefe gesetzt.

„Maßarbeit!“ lobte BVG-Chef Christian Kaiser die Aktion rund um das enge „Öffnungsgebilde“, in dem die frisch gestrichenen, je 16 Meter langen, zwanzig Tonnen schweren und knapp drei Meter breiten Waggons verschwanden. Die Prozedur wurde nötig, weil die neue Untergrundbahn noch nicht mit dem übrigen U-Bahn-Netz verbunden ist, „irgendwie müssen ja die Wagen auf die Gleise kommen“. Sie haben sechs Türen, vier Achsen und gehören zur Baureihe F 79, waren also schon drei Jahrzehnte unterwegs und werden nach ihrer Modernisierung noch weitere drei bis fünf Jahre die neue Stummelstrecke zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor entlangrollen – auf einer eingleisigen Pendelstrecke in der Regel mit vier Wagen. „Wir können den Zug aber auch bei Bedarf verlängern“, sagt Christian Kaiser und preist den modernen Zuschnitt der drei neuen U-Bahnhöfe dieser „Kanzlerbahn“, die künftig in zweieinhalb Minuten durch die Unterwelt des Regierungsviertels von Hauptbahnhof bis Brandenburger Tor rauscht. Dabei unterquert sie die Spree, die beim langwierigen Bau dieser U 55 umgeleitet worden war. „Ob sie notwendig ist oder nicht: Sie ist nun einmal da und bringt eine neue Beweglichkeit und neue Chancen für Berliner, Touristen und Politiker“, sagt der BVG-Direktor. Eine Zahl, wie viel Passagiere künftig auf der kurzen Strecke fahren werden, sei „absolute Spökenkiekerei“. Wie die Prognose, wann es denn bis zum Alex geht: „Am Ende des nächsten Jahrzehnts“. Lo.

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