Übersicht : Schwere Jungs und ihre Berliner Coups

Berlin war in der Vergangenheit wiederholt Schauplatz spektakulärer Raubtaten und Einbrüche. Eine Übersicht.

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ZEHLENDORFER TUNNEL
Im Juni 1995 drang eine Bande über einen selbst gegrabenen Tunnel in die Filiale der Commerzbank in Schlachtensee ein, nahm 16 Geiseln und entkam mit geschätzten 16,3 Millionen Mark auf demselben Weg – unter den Absperrungen hindurch: Sechs Täter wurden verurteilt.

RAUB IM AMTSGERICHT
Im November 2005 überfielen drei Täter das Amtsgericht Schöneberg während einer Zwangsversteigerung. Sie erbeuteten 138 000 Euro – es war das von den Bietern hinterlegte Geld.

RIFIFI IM KADEWE
Im Januar 2009 drangen Einbrecher in das KaDeWe ein und räumten beim Juwelier Christ die Vitrinen leer. Der Ermittlungen konzentrierten sich auf Zwillinge. Aufgrund ihrer genetischen Identität konnte nicht festgestellt werden, welcher der beiden Verdächtigten die gefundenen DNS-Spuren hinterlassen hatte. Die Haftbefehle mussten aufgehoben werden.

SASS-BRÜDER
In den zwanziger Jahren waren die Brüder Sass die ungekrönten Könige der Berliner Einbrecher – gewiefte Künstler, die bei ihren Beutezügen nie Gewalt anwandten. Besonders erfolgreich waren sie im Januar 1929 beim Einstieg in die Disconto-Gesellschaft am Wittenbergplatz. Vom Nachbarhaus aus gruben sie einen Tunnel, stemmten sich durch die Außenwand in den Tresorrraum und räumten 179 Schließfächer leer. Später wurden sie gefasst, von der NS-Justiz zum Tode verurteilt und hingerichtet. Das Leben der beiden Brüder wurde 2001 mit Jürgen Vogel und Ben Becker verfilmt.

REICHSBAHN-BRUCH
Zu Filmehren gelangte der Einbruch vom November 1951 in die Eisenbahnverkehrskasse der Reichsbahndirektion Berlin Unter den Linden/Ecke Charlottenstraße. Der Tresorknacker Walter Pannewitz stieg mit seiner Bande ins Gebäude ein, meißelte sich zum Tresor durch und schweißte ihn auf. Die Beute: 1,69 Millionen Ost- und 224 631 Westmark. Zwei Jahre später wurde Pannewitz gefasst. Die Tat war Vorlage zu dem 1988 von Frank Beyer gedrehten und auf der Berlinale gezeigten Film „Der Bruch“ mit Otto Sander, Götz George und Rolf Hoppe.

ALS DIE QUEEN KAM
Nichts ist Berliner Ganoven heilig: Am Himmelfahrtstag 1965 nutzten zwei Einbrecher den Berlin-Besuch Königin Elisabeths II. zu einem Einbruch in ein Hertie-Kaufhaus, wo sie den Tresor leer räumten. ac

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