Unwetter in Berlin : Dicke Hagelkörner, Wassermassen und eingestellte BVG-Linien

Das Tiefdruckgebiet "Tiba" überschwemmt Teile von Berlin. Es gab Probleme bei Tram und S-Bahn.

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Eiskalt erwischt. Dicke Hagelkörner fielen am Mittwoch vom Berliner Himmel.
Eiskalt erwischt. Dicke Hagelkörner fielen am Mittwoch vom Berliner Himmel.Foto: Foto: Paul Zinken/dpa

Die Hagelkörner waren dick, die Wassermassen enorm. Da kapitulierten nicht nur Fußgänger, die sich in Hauseingänge flüchteten, sondern auch Straßenbahnfahrer. Wie die BVG mitteilte, rollt der Verkehr nicht auf den Linien 21, M5 und M8. Der Grund "Wasserhavarie in der Herzbergstraße", schreibt die BVG. Bei der S-Bahn hat im Stellwerk Baumschulenweg ein Blitz eingeschlagen. Der Verkehr zwischen Schöneweide und Treptower Park/Neukölln war rund eine Stunde unterbrochen.

Das Unwetter hat Berlin am Vormittag getroffen (und hinzu kam auch noch der Bombenfund in Friedrichshain, wie Sie unter diesem Tagesspiegel-Link nachlesen können).

Kurz aber heftig fielen die Schauer am Mittwoch in der Hauptstadt und in Brandenburg aus.

Wetterdienste von Stärke des Unwetters überrascht

Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Starkregen mit Niederschlagsmengen zwischen 15 und 25 Litern pro Stunde auf dem Quadratmeter sowie Windböen mit Geschwindigkeiten bis zu 60 km pro Stunde. Das ist ein schwaches Unwetter, sagt ein Sprecher des Wetterdiensts Meteo Group. Obwohl starker Regen vorhergesagt war, wurden sowohl Meteo als auch der Deutsche Wetterdienst von der Heftigkeit des Unwetters in Berlin überrascht. Der DWD gab kurz vor zwölf eine Wetterwarnung mit sofortiger Wirkung aus, Meteo stufte kurz vor dem Unwetter die Wetterlage von Orange auf Rot, das ist die mittlere Stufe vor Violett.

Eine amtliche Unwetterwarnung mit starkem Gewitter, Starkregen und Hagel gibt es allerdings für Gebiete in Brandenburg südlich von Berlin in den Kreisen Oder-Spree, Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming.

Über Skandinavien liegt ein Tief und Berlin schwimmt weg. Die Polarluft des Tiefs "Tiba" zieht über Deutschland und trifft auf warme Landmassen und von der Junisonne aufgeheizte Luft.

Für alle, die im Sommer Grillfeste oder Hochzeiten planen, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht: So starke Regenfälle sind meist absehbar, nur nicht so gut zu verorten. "Wir hatten Regen in der Vorhersage, aber wo genau es besonders heftig wird, kann man meist erst ein bis zwei Stunden vorher sagen", heißt es bei Meteo.

Einzelne Straßenzüge wurden am Mittwoch kurzzeitig überschwemmt in Berlin. Am Donnerstag könnten im südlichen Brandenburg ein paar Keller volllaufen. Der Grund sind Regenfronten, die von den Alpen über Tschechien und Polen nach Deutschland ziehen, ebenfalls Ausläufer von "Tiba".

So schnell wie er gekommen war, war der Weltuntergang auch wieder vorbei. Kurz nach den starken Regenfällen kam die Sonne heraus.

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