Berlin-Kunde : Steckt ein Sinn hinter den BVG-Bus-Nummern?

M, X oder 399. Wie kommt die BVG nur auf solche Bezeichnungen für ihre Linien? Kaum ein Fahrgast versteht’s - aber dahinter steckt sogar ein System.

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142,147,123,120 ... BVG-Bingo vorm Hauptbahnhof.
142,147,123,120 ... BVG-Bingo vorm Hauptbahnhof.Foto: Imago

M steht für "Metro" wie Metropole und hat nichts mit der gleichnamigen Pariser U-Bahn zu tun. Metrolinien sind täglich 24 Stunden im Betrieb; tagsüber fahren die Busse dieser Linien alle zehn Minuten oder sogar häufiger, nachts kommen sie im Abstand von 30 Minuten. Am bekanntesten sind die Linien M 19 (Grunewald-Mehringdamm) und M 29 (Roseneck-Hermannplatz) sowie die M 41 (Sonnenallee-Hauptbahnhof) und M 48 (Zehlendorf-Alexanderplatz). Insgesamt gibt es 17 Metro-Buslinien. Solche M-Linien hat auch die Straßenbahn.

X steht für Expresslinie. Die Busse stoppen hier nicht an jeder Haltestelle, damit sie schneller ans Ziel kommen. Die Betriebs- und Taktzeiten sind unterschiedlich. Zwölf X-Linien hat die BVG eingerichtet.

N ist einfach und bezeichnet die Nachtbusse. Zu den normalerweise zweistellig bezifferten Linien kommen werktags noch die Linien N1, N3, N5, N6, N8 und N9 kommen, die nachts die gleichnamigen U-Bahn-Linien ersetzen.

Alle anderen Linien haben dreistellige Nummern, die die BVG 1991 eingeführt hat. Bei der ersten Stelle stehen die "1" und die "2" für normale Linien, die in der Regel alle 10 oder 20 Minuten fahren. Eine "3" an der ersten Stelle bedeutet, dass es für eine solche Linie zeitliche Einschränkungen und individuelle Takte gibt. Die "4" bis "9" sind für Busse reserviert, die aus dem Umland in die Stadt fahren.

Mit der zweiten Stelle soll eine Linie örtlich zugeordnet werden. Die "0" steht für eine Durchmesserlinie, die mehrere Bezirke durchquert. Die "1" ist für Wilmersdorf und Zehlendorf vorgesehen, die "2" für Wedding und Reinickendorf, die "3" für Spandau , die "4" für Charlottenburg und Schöneberg sowie für Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg, die "5" für Pankow und Hohenschönhausen, die "6" für Treptow-Köpenick, die "7" für Tempelhof und Neukölln, die "8" für Steglitz und die "9" für Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg.

Die dritte Stelle ist dann eine Durchnummerierung. Keine Rolle spielt dabei der Fahrzeugtyp. Auf allen Linien ist der Einsatz vom Kleinbus bis zum Doppeldecker möglich.

So weit die Theorie. In der Praxis gibt es zahlreiche Ausnahmen, weil das Netz sehr groß und weit verzweigt ist. Gewollt ist, dass die Linien 100 (Zoo-Alexanderplatz) und 200 (Zoo-Prenzlauer Berg) vom Schemaabweichen, weil sie besonders für Touristen erste Adressen sind.

Und auch der TXL-Bus, der den Alexanderplatz mit dem Flughafen Tegel verbindet, ist etwas Besonderes und wird nach dem Flughafenkürzel der Luftfahrt für Tegel so genannt

Dieser Text erschien zuerst auf "Mehr Berlin" im Tagesspiegel.

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