Berlin : Was Europas Bäcker aus ihren Öfen holen

bm

Berlin nach dem Ende des Brötchenkriegs: Die Großbackbetriebe haben es aufgegeben, weiterhin Schrippen zum Selbstkostenpreis zu verschenken und kaufen sich stattdessen lieber gegenseitig auf. Dies gibt den überwiegend kleinen Innungsbetrieben Gelegenheit, sich auf die Qualität ihrer Produkte und die Erweiterung des Angebots zu konzentrieren. Auf dem alljährlichen Berliner Brotfest auf dem Alexanderplatz zeigen sie, wohin der Weg gehen soll. Diesmal, am Sonnabend, dem 25. September, haben sie sich auf Brotsorten aus ganz Europa spezialisiert. Der weitgereiste Spezialist Dieter Böttger hat Rezepte für 25 Sorten aus 19 Ländern zusammengestellt, die sämtlich auf dem Alex zu kosten und zu kaufen sind. Gestern wurden sie in der Fachschule der Innung in Schöneberg vorgestellt.

Das europäische Brotprinzip lautet: Im Norden sind die Brote kompakter und dunkler, während weiter südlich die luftiger gebackenen, hellen Brote dominieren. So gibt es aus Finnland ein dunkles, als Ring gebackenes Fladenbrot, aus Norwegen ein Vörterbröd, aus Bayern ein kreuzförmiges "Allgäuer Schild" und aus Norditalien ein flaches, rundes "Vintschgauer Laibl". Osteuropa steuert beispielsweise ein Banater Brot aus Rumänien und ein ungarisches Puszta-Brot bei, das süße "Tartaruge" kommt aus Jugoslawien, das "Mravenec" aus Tschechien.

Am Brotfest, das um 9 Uhr begint und um 18 Uhr endet, werden sich rund 40 Berliner Innungsbetriebe beteiligen und neben ihrem üblichen Sortiment jeweils eine der europäischen Sorten anbieten - ob diese Sorten freilich ins Sortiment aufgenommen werden, ist offen. Aus dem Erlös der Veranstaltung will die Innung in diesem Jahr die Pankower "Street Girls", ein Mädchenprojekt, unterstützen.

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