• Weichenunfall: Staatsanwalt ermittelt 20-jähriger Gleisarbeiter weiter in Lebensgefahr

Berlin : Weichenunfall: Staatsanwalt ermittelt 20-jähriger Gleisarbeiter weiter in Lebensgefahr

Die Staatsanwaltschaft hat nach dem tödlichen Arbeitsunfall bei der Berliner S-Bahn Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Auch die Bundespolizei sowie die Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle haben Ermittlungen aufgenommen. Die Leiche des 47-jährigen Arbeiters soll obduziert werden. Am Sonntagabend hatte nördlich des Bahnhofs Blankenburg eine mit 100 Fahrgästen besetzte S-Bahn zwei Arbeiter erfasst, die gerade eine eingefrorene Weiche auftauen sollten. Der 20 Jahre alte Kollege des Getöteten liegt mit lebensgefährlichen Verletzungen in einer Klinik.

Dem Vernehmen nach wurden die beiden Männer seitlich von der Bahn erfasst, nicht frontal – einer stand links vom Gleis, der andere rechts davon. Möglicherweise nahmen sie an, dass sie ausreichenden Abstand von dem passierenden Zug hatten. Denn der tödlich getroffene Arbeiter wurde vom Stromabnehmer getroffen, also dem Teil des Zuges, der am weitesten hervorsteht. Der 31 Jahre alte Fahrer des Zuges soll die beiden Männer auf der geraden Strecke erst im letzten Moment erkannt haben, hieß es.

Für Arbeiten an befahrenen Gleisen gibt es nach Auskunft des Eisenbahnbundesamtes „umfangreiche Vorschriften“. Denn in der Vergangenheit hatte es viele Unfälle gegeben, in zwei Fällen waren im Bundesgebiet jeweils zehn Arbeiter ums Leben gekommen. Meist hatte das Sicherungspersonal versagt, weil diese Aufgabe als sehr ermüdend gilt. Selbst wenn zwei Arbeiter tätig sind, darf nur einer arbeiten. Der andere ist ausschließlich zur Beobachtung der Strecke da, um seinen Kollegen warnen zu können. Unklar ist noch, ob die Männer wussten, dass auf der Strecke Züge verkehren. Auch muss ermittelt werden, ob der Fahrer des Zuges wie vorgeschrieben vom Fahrdienstleiter über die Arbeiten im Gleis informiert wurde. Der Zug, der die Männer erfasste, sollte geradeaus fahren Richtung Buch. Erst für den nächsten Zug Richtung Hohen Neuendorf musste die Weiche gangbar gemacht sein. Wie es bei der Bahn hieß, hat diese wichtige Weiche eine Heizung, bei sehr niedrigen Temperaturen reicht diese aber nicht, dann muss mit Besen und Propangas nachgeholfen werden. Zum Zeitpunkt des Unfalls betrug die Temperatur etwa zehn Minusgrade. Ha

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