Berlin : Weltmeister auf Knopfdruck: Berliner Schülerinnen siegten beim „Robo Cup“

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Über die Berliner Hitze kann Lena nur müde lächeln. In Singapur herrschen jeden Tag 37 Grad. Und da kommt sie gerade her, genau wie Anh Thu, Jennifer, Marie und Melda. Die fünf Schülerinnen der Spandauer Wolfgang-Borchert-Realschule wurden in Asien Weltmeister, beim „Robo Cup Junior“ der 15- und 16-Jährigen. Eine Woche haben sie mit 1000 weiteren Jugendlichen gezeigt, was sie können: Roboter bauen und programmieren – und mit den Maschinen selbst noch eine Tanzperformance liefern.

Die Acht- und Neuntklässlerinnen nehmen schon mehr als ein Jahr an einer Arbeitsgemeinschaft teil, die ihre Schulleiterin Anja Tempelhoff ins Leben gerufen hat. „Das Ziel ist, Mädchen für Technik und Informatik zu begeistern“, sagt die 38-Jährige, die selbst Informatik unterrichtet. Das hat funktioniert: Die Mädchen zeigten eine unübersehbare Begeisterung für ihre beiden Roboter Klaus, den rothaarigen Clown, und den fahrenden Affen.

Dass es Clown und Affe sind, hat mit dem Robo Cup zu tun: Thema war „Zirkus“. Die Mädchen bauten eine rund einen Meter große Figur und programmierten sie so, dass sie den Arm heben und mithilfe eines eingebauten Ventilators Seifenblasen machen kann. Der kleine Affe wiederum kann vor- und rückwärts fahren und stoppt mithilfe von Farbsensoren vor grünen Linien.

Nach bundesweiten Vorentscheidungen reisten die Mädchen samt Schulleiterin als eine von vier Berliner Gruppen nach Singapur. Zusammen mit Teams aus China und Israel mussten sie sich ein Thema ausdenken, auf Englisch konferieren, in 24 Stunden ihre Roboter programmieren – und eine Choreografie für sich entwickeln. „Mumienparty“ wählten die 14 internationalen Jungtechniker, etwas über eine Minute dauerte ihre Show. Der Preis: ein Pokal und der Weltmeistertitel in der Disziplin „Dance“. Auch das Team der Anna-Seghers-Gemeinschaftsschule aus Adlershof heimste einen Titel ein. Das Oberstufenzentrum IMT aus Britz bekam den Sonderpreis für besten Sensoreinsatz im Einzelwettbewerb.

Während Anja Tempelhoff besonders Mädchen fördert, waren in Singapur nur 20 Prozent der Teilnehmer weiblich. Daran gestört haben sich die fünf Berlinerinnen nicht: „Es ist doch total normal, dass sich Mädchen mit Technik beschäftigen“, sagt Anh Thu. Patricia Hecht

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