• Wie man schwarze Hunde entdeckt - Dürener Firma spürt in ganz Deutschland Steuersünder auf

Berlin : Wie man schwarze Hunde entdeckt - Dürener Firma spürt in ganz Deutschland Steuersünder auf

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Cloppenburg - ausgerechnet das niedersächsische, das katholische Cloppenburg! 87 Prozent unversteuerte Hunde! Man mag es kaum glauben, aber die Dürener Firma Springer Kommunale Dienste GmbH verbürgt sich dafür. Die Dürener spüren in allen Ecken Deutschlands im Auftrag der Kommunen "schwarze" Hunde auf. In Cloppenburg haben sie ihren bisherigen Rekord erzielt. Für etwa 200 Gemeinden habe man bisher gearbeitet, sagt die Projektleiterin Gaby Kulartz in Düren, und wenn jemand wissen müsste, wieviele Hunde die Deutschen so an der Steuer vorbeischieben, dann ist es Gaby Kulartz. "20 bis 30 Prozent sind normal", sagt sie. Auf Berlin hochgerechnet, wären das etwa 30 000 nicht angemeldete Tiere.

Der Senat will die Steuer-Rate, wie berichtet, gerade mit Straßen-Kontrollen und entsprechendem öffentlichen Druck in die Höhe bringen. Keiner kann Genaues über die Dunkelziffer sagen. Dass es auch anders geht, haben Städte wie Bremerhaven, Kiel, Paderborn oder Bergisch-Gladbach bewiesen. Sie setzten die Privatfirma aus Düren ein, um ihre Einwohner gezielt nach Hundehaltung zu befragen. Im Augenblick läuft die Aktion in Neuss.

Letztes Beispiel ist Kiel, wo in vier Monaten bis zum März dieses Jahres alle 100 000 Haushalte abgeklappert wurden. Der Erfolg war frappierend. Schon in kurzer Zeit meldeten sich plötzlich 1000 Kieler, die einen bisher unbekannten Hund versteuern wollten. Die Landeshauptstadt am Wasser beherbergt also nicht 5800 Hunde, wie bisher amtlich registriert war, sondern eher 7000.

Gerechnet hat die Sache sich auch. Die Firma Springer Kommunale Dienste habe 200 000 Mark, so teilte Arne Gloy aus der Kieler Stadtverwaltung mit, für ihre Befragung bekommen. Da die Hundesteuer an der Förde bei 210 Mark im Jahr liegt, haben die Steuer-Neulinge diese 200 000 schon im ersten Jahr eingebracht. Fiskalische Gründe standen allerdings gar nicht im Vordergrund. Die Kieler Behörden wollten mehr Steuergerechtigkeit, sagt Gloy.

Die Hundeprüfer wurden ohne jeden amtlichen Anstrich durch die Stadt geschickt. Nur an der Haustür klingeln durften sie, mehr nicht. Und ihre Frage stellen. Allerdings liegt es in der Tücke des Objekts, dass ein Hund gerne bellt, wenn es klingelt. Sprach der Bewohner dann trotzdem: "Nein, Hunde haben wir nicht", erschien in Kiel bald danach die Steuerfahndung. Und die hat alle amtlichen Befugnisse.

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