WOCHENENDTIPPS : Smaklig måltid!

Das ist schwedisch und heißt so viel wie: Guten Appetit. Spezialitätenläden gibt es viele in der Stadt Und für Berliner, die in den Herbstferien zu Hause bleiben müssen, sind sie ein kleiner Trost.

Saara Wendisch
Schweden-Happen. Draußen weht eine blau-gelbe Fahne, drinnen hängt ein landestypisches Verkehrsschild an der Wand: Helge Drescher in seinem schwedischen Spezialitätenladen in Friedenau. Foto: Georg Moritz
Schweden-Happen. Draußen weht eine blau-gelbe Fahne, drinnen hängt ein landestypisches Verkehrsschild an der Wand: Helge Drescher...Foto: Georg Moritz

Eine schwedische Flagge weist von außen den Weg. Innen hat der gebürtige Berliner Helge Drescher auf 22 Quadratmetern ein Reich aus schwedischen Lebensmitteln geschaffen: Knäckebrot, eingelegte Heringe, Käse, Preiselbeerlikör und natürlich Lakritze. „Alles ist einen Tick süßer oder salziger, ganz anders, als wir es in Deutschland gewohnt sind“, erzählt Drescher. Viele Kunden kommen vor allem wegen der Butter in seinen „Schweden-Markt“ in der Dickhardtstraße 60 in Friedenau. „Die ist nirgendwo so salzig wie in Skandinavien.“

Drescher wohnt in Neukölln und verbringt seit der Kindheit seine Sommerurlaube in Schweden. In seinen Laden, den er vor vier Jahren eröffnet hat, kommen nicht nur Schweden, Finnen und Dänen, die Sehnsucht nach dem Essen aus ihrer Heimat haben. Unter den Einkäufern sind vor allem Berliner, die aus ihrem letzten Schwedenurlaub „Appetit auf bestimmte Produkte mitgebracht haben“.

In Berlin gibt es noch viel mehr Möglichkeiten, in Urlaubsstimmung zu kommen, ohne in den Urlaub fahren zu müssen – was ja von Vorteil sein kann für alle, die in den Herbstferien in Berlin bleiben.

Leicht haben es Liebhaber der südeuropäischen Küche. In nahezu jedem Bezirk gibt es einen spanischen, italienischen oder griechischen Feinkostladen. Das „Vinos y Tapas“ in der Drakestraße 21 in Lichterfelde ist beispielsweise spezialisiert auf spanische Kost. Dort gibt es Weißwein aus Galizien, Manchegokäse aus Toledo oder Orangenblütenhonig aus Lleida. In Charlottenburg im „Hellas Feinkost“-Geschäft in der Zillestraße 79 erhält man von Tzaziki bis Meeresfrüchten die Zutaten für einen griechischen Abend.

Wer schon einmal Mallorca besucht hat und wem es dort besonders gut geschmeckt hat, der kann im Delikatessen-Laden „La Mallorteca“ in Prenzlauer Berg, Bötzowstraße 28, Produkte von der Balearen-Insel kaufen. Das Sortiment umfasst mallorquinische Weine, Olivenöle, Salze und Marmeladen. „Wir haben aber auch viele Produkte vom spanischen Festland wie Serranoschinken und Chorizo“, sagt Oliver Pleli, der vor zwei Jahren den Laden mit der Geschäftsführerin Franziska Hohmann eröffnet hat. Als typische mallorquinische Delikatesse empfiehlt er die „Sobrassada de Mallorca“, eine Wurstspezialität mit geschützter geografischer Angabe, die aus rohem und an der Luft getrockneten Schweinehackfleisch hergestellt wird und mit reichlich Paprika gewürzt ist. Wer nicht selber kochen möchte, kann zum Essen ins Restaurant „Pan amb Oli“ direkt nebenan gehen. „Wir servieren zum Beispiel Tapas und dazu Tinto de Verano“, sagt Pleli. Das alkoholhaltige Mischgetränk wird aus Rotwein und Limonade hergestellt.

Wen es kulinarisch eher nach Italien zieht, der findet im Primavera, einem Feinkostgeschäft in der Bundesallee 131 in Wilmersdorf, Espresso und andere landestypische Lebensmittel. Das Primavera gibt es schon seit 20 Jahren. 2006 hat Inhaber Hubertus Mayinger das Geschäft von seiner Schwester übernommen. Der Boden ist mit Terrakotta-Platten ausgelegt, die Wände mit weiß-grünen Fliesen verziert, alles im italienischen Flair. Die Verkäuferin empfiehlt „hausgemachte Antipasti“ und zeigt auf die Vitrine vor ihr. Eingelegte Paprika, Oliven und Pasteten werden angeboten, außerdem gibt es, neben Gebäck, zahlreiche Käse- und Wurstsorten. „Unsere Wurst beziehen wir von einem italienischen Familienunternehmen“, sagt Claudia Mayinger, die Ehefrau des Inhabers. Frische Pasta und belegte Ciabatta-Brote werden jeden Mittag verkauft. An den Stehtischen kann gegessen werden.

Eine spezielle Weinauswahl gibt es zum Beispiel im El Maximón in der Yorckstraße 76 in Kreuzberg. Der Besitzer des Ladens heißt Martin Krühne und hat eine Vorliebe für iberische und iberoamerikanische Spezialitäten. Seine Weine kommen aus Spanien, Portugal, Argentinien und Chile und kosten ab sechs Euro aufwärts. Unweit entfernt vom El Maximón in der Katzbachstraße 9 liegt das Caminito. Das argentinische Restaurant und Feinkostgeschäft ist einer Straße in dem Stadtviertel „La Boca“ in Buenos Aires nachempfunden. Die Wände sind blau, rot, grün und gelb – jeder Stuhl hat ebenfalls eine andere Farbe. Der Besitzer Fausto Cañete lebt seit 24 Jahren in Berlin und hat sich seit 2005 ein Stück Argentinien in die Stadt geholt. Neben dem landestypischen Mate-Tee und gefüllten Teigtaschen, den Empanadas, verkauft Cañete Weine aus Mendoza oder „Dulce de Leche“, eine Creme aus Milch, Zucker und Vanille, die zu Eis oder als Brotaufstrich gegessen werden kann.

„Zutaten für arabische Gerichte bekommt man am besten in den türkischen Supermärkten oder auf dem Wochenmarkt am Maybachufer“, sagt Hobbyköchin Jenny Westphal aus Friedrichshain. Sie hat während ihres Studiums der Islamwissenschaften ein halbes Jahr in Libyen gelebt und von dort zahlreiche Rezepte mitgebracht. Die „Libysche Suppe“ ist ihr Lieblingsgericht, dafür kauft sie auf dem Markt beim türkischen Metzger mariniertes Lammfleisch. Auf dem Markt bekommt sie Kichererbsen, Tomaten, Reisnudeln und die passenden Gewürze: etwas Kreuzkümmel, Piment, Zimt, hinzu kommt noch Minze. Serviert wird die Suppe mit Fladenbrot. Türkische Supermärkte gibt es in so ziemlich jedem Kiez; der Markt am Maybachufer an der Grenze von Neukölln und Kreuzberg findet immer dienstags und freitags statt.

Wer Gerichte aus Fernost kochen möchte, kann im Asia-Markt-Lee in der Dircksenstraße 35 in Mitte Lebensmittel aus Thailand, Korea, China und Japan einkaufen. Für Sushi erhält man den typischen Reis, der besonders klebrig sein muss, Noriblätter, frischen Fisch, Meeresfrüchte und Gemüse.

IN BERLIN

Festliches Planschen. Ein Wasser-Spiel- und Sportfest veranstaltet der Berliner Schwimm- und Sport Club Germania 1887 e.V. am Sonnabend – anlässlich seines 125. Geburtstags. Feierlich geplanscht wird in der Schwimmhalle Holzmarktstraße 51 in Friedrichshain von 14–18 Uhr . Auch „Aktions- und Erlebnistage mit Großspielgeräten“ bieten die Berliner Bäderbetriebe am Wochenende an: in der Schwimm- und Sprunghalle am Europasportpark (SSE) am S-Bahnhof Landsberger Allee am Sonnabend und im Bad am Spreewaldplatz in Kreuzberg am Sonntag, jeweils von 12–18 Uhr. (Eintritt zu allen drei Veranstaltungen 2,50 Euro für Kinder, 4 Euro für Erwachsene, 7 Euro für Familien). Informationen unter www.berlinerbaederbetriebe.de

Bayern in Britz. Weißwürstl, Hax'n, Wiesnbier und Blasmusik gibt es am Sonnabend und Sonntag im Britzer Garten (Sangerhauser Weg 1): Dort eifert man München nach und feiert ein Oktoberfest auf dem Festplatz am See, jeweils von 11 bis 18 Uhr. Eintritt für Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.

Grimm im Babylon. Um den Defa-Film „Die Geschichte von der Gänseprinzessin und ihrem treuen Pferd Falada“ geht es am Sonntag im Kino Babylon Mitte, Rosa-Luxemburg-Straße 30. Die Schauspielerin Susanne Bormann liest ab 16 Uhr das Grimm-Märchen „Die Gänsemagd“ über einen Rollentausch zwischen Zofe und Prinzessin, auf dem der Film basiert. Im Anschluss wird die Defa-Verfilmung gezeigt – in der Reihe „200 Jahre Grimm – Tierisch märchenhaft!“. Eintritt 7 Euro. Infos: www.babylonberlin.de

IN BRANDENBURG

Kraniche im Kanu. Zum Abschluss der Kranichwoche im Nationalpark Unteres Odertal können die Vögel am Sonnabend und Sonntag im kleinen Ort Gartz, nordöstlich Berlins an der B 2, noch einmal vom Land und Wasser aus beobachtet werden. Jeweils am Bollwerk beginnen um 11 Uhr und 16 Uhr Kanu-Exkursionen zu den Schlafplätzen. Am Sonnabend startet um 17 Uhr ein Ausflugsschiff zum abendlichen Kranicheinflug. Zu Wanderungen laden Naturwächter an beiden Tagen um 6.30 und um 17 Uhr am Café Zum Mühlenteich ein. Hier wartet um 10 Uhr auch ein Kremser. Weitere Auskünfte unter Tel. 03332-255 90 und www.unteres-odertal.de

Ruhet sanft. Der Südwestkirchhof Stahnsdorf am Berliner Stadtrand wird am Sonnabend ab 10 und 14 Uhr auf zwei Führungen vorgestellt. Anhand von Gräbern, Grabsymboliken und der Architektur einzelner Ruhestätten erwartet die Teilnehmer eine Exkursion in die Geschichte von Berlin und Brandenburg. Treffpunkt ist der Eingang in der Bahnhofstraße. Weitere Infos unter Tel. 03329/6141 06.

Gaukler und Akrobaten. Gaukler, Spielleute, Akrobaten, Kunsthandwerker, Bogenschützen und Pferdehalter lassen das Mittelalter beim Gaukler-Schlossfest am Sonnabend und Sonntag zwischen 10 und 20 Uhr wieder aufleben. Infos unter Tel. 03301/537 437, www.carnica- spectaculi.de

Durch die die Heide radeln. Zu einer rund sechsstündigen Radtour durch die schönsten Teile der Schorfheide lädt die Naturwacht am Sonntag ein. Um 9.30 Uhr setzt sich der Tross am Bahnhof Groß Schönebeck (Heidekrautbahn aus Berlin) in Bewegung, etwa zu alten Eichen, geheimnisvollen Seen und dem Jagdschloss Hubertusstock Die Teilnahme kostet nichts. Infos: Tel. 033 393/ 638 19, www.naturwacht.de dma/Ste.

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