Wohnungsmarktbericht : Mehr Berliner sollen Chance auf Sozialwohnung bekommen

Der neue Wohnungsmarktbericht zeigt: Die Mieten in Berlin steigen weiter. Viele neu entstehende Wohnungen sind zu teuer für Normalverdiener.

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Die Angebotsmieten steigen weiter.
Die Angebotsmieten steigen weiter.Foto: IBB

Wegen der anhaltenden Krise am Wohnungsmarkt prüft Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) eine Anhebung der Einkommensgrenzen für den Bezug von Sozialwohnungen. Dadurch sollen noch mehr als die zurzeit rund 60 Prozent der Berliner eine Chance auf den Einzug in staatlich subventionierte Mietwohnungen bekommen. Damit reagiert Lompscher auch auf Kritik der Opposition, wonach der Senat nur "Geringverdiener" am Wohnungsmarkt unterstütze und nicht die Mittelschicht. Diese hat aber wegen der Wohnungsnot in Berlin ebenfalls große Schwierigkeiten bezahlbare Objekt zu finden.

Dies geht auch aus dem neusten Wohnungsmarktbericht der landeseigenen Investitionsbank Berlin (IBB) hervor. Demnach stiegen die Angebotsmieten in dem letzten vollständig ausgewerteten Jahr 2015 auf 9,07 Euro pro Quadratmeter Nettokalt, ein Plus von drei Prozent. Es seien zwar 10.722 Wohnungen fertig gestellt worden und damit 23 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Doch dieses zusätzliche Angebot kann bei weitem nicht die Nachfrage der um mehr als 40.000 Menschen gewachsenen Bevölkerung befriedigen.

Es entstehen großteils teure Wohnungen

Deutlich macht der IBB-Bericht auch, dass viele der neu entstehenden Wohnungen nur für die Minderheit der gut verdienenden Berliner infrage kommt: Immer noch entstehen größtenteils Eigentumswohnungen zu sehr hohen Quadratmeterpreisen oder teure Mietwohnungen. Diese finden zum Teil nur mit Mühen Abnehmer finden - darauf lassen jedenfalls die stagnierenden Preise schließen:13 Euro je Quadratmeter beträgt die Miete in einem Neubau durchschnittlich, wer eine Wohnung kauft, bezahlte 2015 im Durchschnitt rund 3500 Euro je Quadratmeter.

Zur Entspannung des Wohnungsmarktes trägt die stark steigende Zahl der neu genehmigten Wohnungsbauten kaum bei, weil viele davon erst mal nicht gebaut werden: Projekte mit insgesamt 43.000 Wohnungen liegen erst mal auf Halde. Hintergrund: Auf dem Berliner Markt gibt es viele Spekulanten, die Grundstücke erwerben und Baurecht schaffen, selbst aber nicht bauen sondern das Paket mit Gewinn verkaufen wollen. Weil die Preise inzwischen aber stagnieren, bleiben so manche auf ihren zu teuer eingekauften Grundstücken sitzen. 

Hier die große interaktive Berlin-Karte -oben rechts auf das Feld "Angebotsmieten" klicken.

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