An der Tür des Golden Gate : Warst Du schon mal hier?

Wer sagt, dass er schon einmal dagewesen sei, kommt ziemlich sicher ins Golden Gate: Die kurze Geschichte eines kleinen Erfolgs - und die Fortsetzung der beliebten Türsteher-Saga.

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Mitten im Nachtleben
Mitten im NachtlebenFoto: Emily Wabitsch/dpa

Letzte Woche war an dieser Stelle davon die Rede, dass der Türsteher des Golden Gate nach meinem Kater-Holzig-Misserfolg „keine größeren Mätzchen“ gemacht hat. Aber einfach so reingewinkt worden bin ich auch in diesen, leicht versteckt unter der Jannowitz-S-Bahn-Brücke gelegenen Club nicht. Ich stehe also wieder in einer kleinen Schlange, fest entschlossen, an diesem Abend doch noch in einenClub reinzukommen – der psychologische Moment des einmal Abgewiesenwordenseins ist nicht zu unterschätzen!

Als ich an der Reihe bin, muss ich aber tatsächlich wieder eine Frage des erneut nicht gerade jugendlichen, sehr stämmig aussehenden Türstehers beantworten: „Warst Du schon mal hier?“ Das überrascht mich natürlich wieder enorm: Warum fragt er ausgerechnet mich das? Und was ist besser: Ja oder nein zu antworten? Sehe ich nicht aus wie der typische Golden-Gate-Besucher? „Ja“, antworte ich wahrheitsgemäß, überlege aber auch, ob ich ihm nicht mehr erzählen soll: Dass ich die Anfänge dieses Clubs Anfang der nuller Jahre begleitet und hier eine Band wie Sexy o Droga live gesehen habe, zum Beispiel. Und vielleicht sollte ich auch meine Golden-Gate-Geheimwaffe zücken und dem Türsteher sagen:„Du, ich kenne auch Deinen Chef, mit dem bin ich schon in den späten achtziger Jahren in dessen goldenen Mercedes gefahren!“

Nur gut, dass das alles nicht nötig ist. Der Mann lässt mich an die Kasse, zweifelnd zwar, warum auch immer, und als ich bezahlt habe, fragt er mich beim Abtasten noch besorgt:„Geht es Dir gut?“

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