Der Regisseur George Sluizer ist tot : Zum Tod des Regisseurs von "Spurlos"

Er drehte "Spurlos", in den Niederlanden und als Hollywood-Remake. Er war der Regisseur von River Phoenix' letztem Film - und bescherte Armin Mueller-Stahl einen Silbernen Bären. Nun ist der Filmemacher George Sluizer im Alter von 82 Jahren gestorben.

George Sluizer 2013 auf der Berlinale, bei der späten Weltpremiere seines Wüsten-Dramas "Dark Blood" mit River Phoenix.
George Sluizer 2013 auf der Berlinale, bei der späten Weltpremiere seines Wüsten-Dramas "Dark Blood" mit River Phoenix.Foto: dpa

Der niederländische Filmemacher George Sluizer ist tot. Wie die Berlinale mitteilte, starb der Regisseur am Samstag nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren. Er war auch als Drehbuchautor und Produzent tätig gewesen. Zuletzt hatte Sluizer bei den Berliner Filmfestspielen 2013 "Dark Blood" außer Konkurrenz gezeigt, ein in der Wüste Nevada gedrehter Spätwestern mit River Phoenix in seiner letzten Rolle. Eine ungewöhnliche Weltpremiere, hatte der 80-jährige Filmemacher sein Werk doch erst 20 Jahre nach den Dreharbeiten fertigstellen können. Phoenix starb 23-jährig während des Drehs, der unvollendete Film fiel damals an die Versicherung. Für die späte Uraufführung wendete Sluizer einen Kunstgriff an und las im Off die unvollendete oder nie gedrehte Szene aus dem Script vor. "Es ist, als habe jemand Brechts Methode des Epischen Theaters einfach aufs Kino übertragen", schrieb der Tagesspiegel: "die Selbstreflexion eines Films über seine eigene Geschichte."

Es war nicht das einzige Mal, dass der in Paris geborene Sluizer die filmische Hebung kulturhistorischer Schätze betrieb. Bei "Dark Blood" geschah es in eigener Sache und als Hommage an den genialen, unter Drogensucht leidenden River Phoenix. In Sluizers Bruce-Chatwin-Verfilmung „Utz“ von 1992 ging es um die fragilen Schätze aus Meissener Porzellan. Hauptdarsteller Armin Mueller-Stahl erhielt für seine Rolle als Baron Kaspar Joachim von Utz, ein passionierter Porzellan-Sammler, einen Silbernen Berlinale-Bären.

International machte Sluizer vor allem mit dem Thriller "Spurlos verschwunden" (1988) mit Johanna Ter Steege von sich reden. Ein Paar fährt in den Urlaub, unterwegs auf der Autobahnraststätte verschwindet die Frau plötzlich spurlos. Auch beim Hollywood-Remake "Spurlos" von 1993 mit Jeff Bridges, Sandra Bullock und Kiefer Sutherland führte Sluizer selbst Regie.

„Wir trauern um einen großen Filmemacher, der im Fiktionalen wie im Dokumentarischen gleichermaßen aktiv war“, teilte Berlinale-Chef Dieter Kosslick mit. Das Festival hatte auch Sluizers Spielfilmdebüt von 1972, „Joao en het mes“ (Joao und das Messer) im Wettbewerb gezeigt und „The Commissioner“ (1998), ebenfalls mit Armin Mueller-Stahl. Insgesamt fünf seiner Filme liefen auf der Berlinale, einschließlich seines Debüts, des Kurzfilms De lage landen (Land aus Menschenhand), 1961. 2002 hatte Sluizer José Saramagos Roman "Das steinerne Floß" verfilmt, sich ansonsten in den letzten Jahren jedoch aus dem Filmgeschäft zurückgezogen. Das Wüsten-Drama "Dark Blood" wird nun nicht nur zu River Phoenix' Vermächtnis, sondern auch zu dem seines Regisseurs George Sluizer.

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