Kunsthändler Wolfgang Werner : Happy Jubiläum

25 Jahre ist es her, dass es den Kunsthändler Wolfgang Werner nach Berlin gezogen hat. Anlässlich dieses Jubiläums zeigt er seine Schätze, darunter Werke von Kandinsky und Modersohn-Becker.

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Paula Modersohn-Beckers "Häuser, Birken und Mond" aus der Zeit um 1902 aus dem Bremer Paula Modersohn-Becker Museum. Wolfgang Werner zeigt in "25 Jahre Berlin" auch Werke von Modersohn-Becker.
Paula Modersohn-Beckers "Häuser, Birken und Mond" aus der Zeit um 1902 aus dem Bremer Paula Modersohn-Becker Museum. Wolfgang...Foto: Paula Modersohn-Becker Museum / dpa / picture-alliance

Ein Glück, dass Wolfgang Werner Berlin für sich entdeckt hat. Ein Vierteljahrhundert ist es her, seitdem pendelt der Kunsthändler zwischen seinen Kunsthandlungen in Bremen und an der Spree. Wer wissen möchte, was die Räume nahe dem Ku’damm in einem ehemaligen Einrichtungsgeschäft geradezu unschätzbar für Berlin macht, der braucht sich bloß die aktuelle Ausstellung anzuschauen (Fasanenstraße 72, bis 28. Januar, 24.–28.12. & 31.12. geschlossen). Sie heißt, typisch nüchtern für den Hanseaten: „25 Jahre in Berlin“. Sie zeigt – und auch das charakterisiert Werners vom Norden geprägtes Unterstatement –, was er „so alles im Depot“ hat.

Das sind Edouard Vuillard, Paula Modersohn-Becker, Wassily Kandinsky, Oskar Schlemmer und Jean Dubuffet. Nicht zu vergessen zwei Zeitgenossen, den abstrakten Maler Gotthard Graubner und den Kinetiker Gerhard von Graevenitz. Beide sind inzwischen verstorben und dennoch wichtige Marken auf dem Weg der Kunsthandlung Richtung Gegenwart.

Einen seelenlosen 'white cube' wollte Werner nie

Von all diesen Protagonisten gibt es wichtige Werke zu sehen – museumswürdig die meisten, und einige von ihnen hält Wolfgang Werner in seiner langen Zeit als Kunsthändler nicht zum ersten Mal in den Händen. Nebenan in der Dependance von Ketterer oder gegenüber in der Villa Grisebach mag ähnlich Hochkarätiges während der Auktionen zu sehen sein. Sonst aber sucht man verkäufliche Meisterwerke dieser Klasse in der Hauptstadt jenseits der Institutionen vergeblich.

Werner hat sich auf die klassische Moderne, die Nabis oder den Expressionismus konzentriert, als die Nachfrage noch überschaubar, das Angebot aber groß war. Davon zehrt er bis heute und vermag Ausstellungen zu inszenieren, die hundert Jahre Kunstgeschichte erzählen. Alles auf grauem Teppich und im alten Interieur des Geschäfts – einen seelenlos ausgestrahlten „white cube“ hat der Händler nie gewollt. Neu ist der zusätzliche Platz, für den eine leere, benachbarte Zweiraumwohnung sorgt. Ihre Zimmer gehören nun zur Kunsthandlung. An einer Wand leuchtet eines von Graubners farbflirrenden Kissenbildern. Und wie Werner ist, hat er keine Strahler installiert, sondern ein paar schöne Stehleuchten aufgestellt – die wirklich genügen, um Graubner und Rudolf Bellings kubistische Skulptur „Dreiklang“ von 1919 zum Tanzen zu bringen.

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