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Märkisches Museum : Wurzelsuche

11.07.2008 00:00 UhrVon Michael Zajonz

Hundert Jahre wird das Märkische Museum in diesem Sommer. Viel zu lange wurde das sanierungsbedürftige Stammhaus der Stiftung Stadtmuseum Berlin von der Politik vernachlässigt und von schlecht informierten Berlintouristen übersehen. All das soll sich nun ändern.

Im vergangenen Herbst präsentierten Kulturstaatssekretär André Schmitz und Stadtmuseums-Direktorin Franziska Nentwig den Plan, das nahe zum Märkischen Museum am Köllnischen Park gelegene Marinehaus zum zweiten zentralen Standort des 1994 gegründeten Museumskonglomerats zu machen. Derzeit erarbeiten internationale Architekturbüros in einem geladenen Wettbewerb Konzepte zum Umbau des Marinehauses. Im September tagt die Wettbewerbsjury, bis 2012 soll gebaut werden. Läuft alles nach Plan, wird ab 2012 auch die seit Jahren auf Sparflamme köchelnde Sanierung des Märkischen Museums denkmalgerecht zu Ende gebracht.

Licht ins Dunkel des künftigen Umgangs mit dem Märkischen Museum wollte eine Podiumsdiskussion bringen, zu der die Richard-Schöne-Gesellschaft für Museumsgeschichte in die Humboldt-Universität geladen hatte.

Mehrfach hat sich der private Historikerkreis bereits öffentlich mit dem hohen Rang des Märkischen Museums auseinandergesetzt. Es zählt nicht nur zu den Hauptwerken von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann, sondern ebenso zu den reifsten Leistungen des deutschen Museumsbaus. Eine Themen- und Stimmungsarchitektur, die höchste Sorgfalt verdient.

Martina Weinland, als Sammlungsdirektorin der Stiftung Stadtmuseum für die Neueinrichtung mitverantwortlich, stellte erste Überlegungen über das „künftige Hauptstadtmuseum“ in zwei Haupthäusern vor. Das Marinehaus soll die Moderne bergen, im Märkischen Museum mit Hilfe exemplarischer Biografien die Stadthistorie bis 1918 erzählt werden. Konkreter sind die Konzepte noch nicht. Entsprechend harsch fielen die Reaktionen auf dem Podium aus. Die Direktorin des Hessischen Landesmuseums Darmstadt, Ina Busch, der Stuttgarter Architekt HG Merz, der Kunsthistoriker und Ex-Museumsmann Michael Fehr und der Regionalforscher Ulf Matthiesen hatten sich schnell eingeschossen: Verstaubt und unausgegoren seien die bisherigen Ideen. Kleinklein, wo der große Wurf gefragt ist. Wie der aussehen könnte, wurde nur am Rande gestreift. Und so blieb die Frage unbeantwortet, ob Berlin überhaupt ein Stadtmuseum braucht. Oder ob das um 1870 als Märkisches Provinzialmuseum gegründete Haus auch thematisch zu seinen Wurzeln zurück muss. Als musealer Resonanzraum von Stadt und Land, Provinz und Metropole. Michael Zajonz

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