Museum Barberini in Potsdam : Was Künstler und Erfinder verbindet

Der Künstler und der Erfinder – beide vereint die einzigartige Gabe, die Welt nicht nur in ihren Grenzen, sondern mit all ihren Möglichkeiten zu sehen. Ein Gastbeitrag.

Bill McDermott
"Gartenraum" mit Claude Monets Seerosen : Impressionisten im neuen Museum Barberini , Humboldtstr. 5-6 am Alten Markt in Potsdam - es wird am 23. Januar 2017 eröffnet.
"Gartenraum" mit Claude Monets Seerosen : Impressionisten im neuen Museum Barberini , Humboldtstr. 5-6 am Alten Markt in Potsdam -...Foto: Thilo Rückeis

In Deutschland gibt es bekanntermaßen schon seit Jahrhunderten Menschen mit beiden Talenten. Die Schöpfungen deutscher Künstler und Erfinder begeistern die Welt schon seit Generationen. Albrecht Dürer. Albrecht Altdorfer. Johann Joseph Christian. Karl Benz. Otto Hahn. Irmgard Flügge-Lotz. Diese Liste könnte endlos weitergeführt werden.

Alle Künstler vereint ihre Leidenschaft für den kreativen Prozess, egal ob sie malen, Skulpturen schaffen oder vor Publikum auftreten. Mit ihren Darstellungen hinterfragen sie die Welt und haben uns somit einige der größten Kunstwerke der Menschheit geschenkt. Große Werke zeichnet aus, dass uns ihre Künstler keine bestimmte Deutung vorgeben, sondern uns immer wieder aufs Neue inspirieren und zu neuen Deutungen anregen. Es ist an uns, sich eine eigene Meinung zu bilden und Interpretationen immer wieder neu zu denken.

Kunst schafft Kultur und öffnet unseren Geist für neue Ideen. Sie vermittelt Freude und Bildung. Sie ruft Emotionen hervor und regt unseren Intellekt an. Die Kunst belebt tatsächlich das Leben.

Genau wie Künstler besitzen auch Erfinder den Mut, ihren schöpferischen Drang in Produkte umzusetzen. Wie bei der Kunst, wird auch die Arbeit des Erfinders nicht immer sofortverstanden oder geschätzt. Mit Kritik muss der Erfinder umgehen können, weil seine Arbeit oft nicht gewürdigt wird oder ganz bewusst Konventionen ignoriert. Aber wie bei Kunstwerken entfalten sich Innovationen häufig erst im Lauf der Zeit und entwickeln sich zu echten Meisterwerken. Sie können dabei helfen, Krankheiten zu heilen oder zu verhindern. Sie können unsere Art zu leben, zu lernen und zu arbeiten, grundlegend wandeln. Sie können Wirtschaft und Gesellschaft tiefgreifend verändern. 

Innovationen stellen uns vor die Herausforderung, unser Potenzial auszureizen und die Welt um uns herum zu verbessern – dazu brauchen wir ein gutes Gespür und Ehrgeiz.

Es ist die menschliche Neugier, die Kunst und Innovation verbindet. Daran besteht kein Zweifel. Was macht die Welt so wie sie ist? Was sehen wir in den Darstellungen anderer? Was können wir lernen? Wie können wir wachsen? 

Deshalb ist es nur konsequent, wenn sich diese Woche ein legendärer deutscher Erfinder in besonderem Maße für die Kunst engagiert. Hasso Plattner, dessen Energie, Mut und Neugier zusammen mit seinen SAP-Gründungskollegen das wertvollste Aktienunternehmen und das weltweit führende Business-Software-Unternehmen geschaffen haben, eröffnet das Museum Barberini in Potsdam. Dort werden Werke aus der Sammlung Hasso Plattners gezeigt; das Spektrum reicht von alten Meistern bis zu neuzeitlicher Kunst mit dem Schwerpunkt Impressionismus. 

Hasso Plattner ist Künstler und Erfinder in einer Person. Mit SAP HANA hat er ein eigenes Kunstwerk geschaffen. Hasso glaubt an den Design-Thinking-Ansatz, der Kreativität über die individuelle Ebene hinaushebt und bewusst andere Perspektiven in den Gestaltungsprozess einbringt. Dieser Ansatz hat ihn motiviert, Informationen völlig neu zu nutzen und dadurch bessere Entscheidungen zu treffen. Dank seiner Arbeit werden Vorhersagen die Abläufe in der medizinischen Behandlung und in der industriellen Produktion verändern. Wir können nun tatsächlich aus unserer Vergangenheit Erkenntnisse ableiten, die eine bessere Zukunft möglich machen. 

Die Eröffnung des Museums Barberini durch Hasso Plattner macht uns bewusst: Kunst und Innovation sind elementar für das menschliche Sein und Streben.

Bill McDermott ist CEO bei SAP.

 

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