Musikfest : Wir setzen uns die Hörner auf

Die zehnte Auflage des Musikfests Berlin startet am 2. September. Besonderes Augenmerk legt man in diesem Jahr auf das Horn in seiner ganzen Vielfalt.

Moritz Eckert
Hornist Stefan Dohr
Herr des Horns. Stefan Dohr.Foto: Rittershaus

Beim Musikfest (vom 2. bis 22. September) wird das Horn im Mittelpunkt stehen – sowohl das ursprüngliches Naturhorn als auch das heute übliche Ventilhorn, das in einem Konzert für Horn und Orchester von Wolfgang Rihm zum Einsatz kommen wird. Solist Stefan Dohr von den Berliner Philharmonikern ist nicht unglücklich darüber, kein Naturhorn mehr zu benutzen, bietet ihm die Weiterentwicklung des Instruments doch wesentlich mehr Möglichkeiten. „Der Ton lässt sich genauer formen und bearbeiten, die Musik wird flüssiger und die Übergänge schöner“, sagte er am Dienstag auf einem Pressegespräch.

Georg Friedrich Haas hat hingegen ein Stück für vier Alphörner geschrieben. Der Schweizer Musiker Balthasar Streiff gehört dem Ensemble an, das Haas’ Werk interpretieren wird. „Ich schätze das Alphorn vor allem deshalb, weil es durch seine hohe Klangdichte Räume sehr gut definieren kann“, sagt er, „aber auch wegen seiner Schlichtheit.“ Es sei ein Zeichen der Beschränkung in einer Zeit der Vielzahl an Möglichkeiten.

Einer Vielzahl an Möglichkeiten sehen sich auch die Berliner Kulturliebhaber bei ihrer Abendplanung ausgesetzt, denn einige neue Festivals wie die Kiez-Konzert-Reihe des Konzerthausorchesters laufen parallel zum Musikfest. Johannes Brahms und Robert Schumann rahmen das Musikfest mit dem Eröffnungs- und Schlusskonzert, sind aber zugleich ein Ausgangspunkt, von dem aus Bach als Vordenker der Romantik und moderne Komponisten als deren Nachfolger erkundet werden sollen.

Info: www.berliner-festspiele.de

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