Kultur : Nimmermüde

Die großen klassischen Rollen der Weltdramatik hat Manja Behrens besonders in ihrer Dresdner Zeit gespielt.Fast zwanzig Jahre lang, von 1935 bis 1954, verkörperte sie alles, was gut und teuer ist auf der Bühne, wurde zum Liebling des Dresdner Publikums.Fritz Wisten holte Manja Behrens, die nach privatem Schauspielunterricht zum Theater gekommen war, an die Ostberliner Volksbühne.Auch hier überzeugte die mit dem Bühnenbilder Karl von Appen verheiratete Schauspielerin durch ihre modulationsfähige, "weiche" Stimme.Härte, Unbedingtheit zeigte sie dabei eher in einer von Güte, von Mitgefühl überdeckten Art.Die Frau John in Hauptmanns "Ratten" (1956) war einer der Höhepunkte ihrer Karriere, weil sie hier nicht auf tränenreiche Verzweiflung setzte, sondern auf kreatürliche Kraft, auf die heiße, unstillbare Sehnsucht nach dem anderen, erfüllten Leben.Am Rosa-Luxemburg-Platz spielte Manja Behrens auch die "alte Dame" Dürrenmatts (1965), später dann am Maxim Gorki Theater neben vielen anderen Rollen die Wassa Shelesnowa (1967 und 1970).Am Berliner Ensemble verkörperte sie in der legendären "Coriolan"-Inszenierung, sich mit Helene Weigel abwechselnd, die Volumnia (1964).Die Bereitschaft, hart zu arbeiten, an jeder Nuance zu feilen, sich nicht mit Routine zufriedenzugeben, ist für Manja Behrens, über viele Jahrzehnte hinweg, selbstverständlich.Sie hat in Filmen gespielt und in Hörspielen mitgewirkt.Und daß ihr auch ein deftiger Berliner Volkston zur Verfügung steht, bewies sie nicht zuletzt in dem Volksstück "Familie Birnchen" von Karl-Hermann Roehricht (1974, Maxim Gorki Theater).Sie gehört zu den Schauspielerinnen, die für das deutsche Theater wesentlich sind.Fu.

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