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Konzertkritik : Heather Nova im Astra

10.11.2011 14:17 Uhrvon

Wenn Heather Nova auf der Platte lieblich im Mainstream dahinschippert, bekommt ihre Musik im Konzert noch einmal ganz frischen Wind - und einen anderen Dreh.

Ihre Kindheit hat Heather Nova mit ihren Eltern und Geschwistern verbracht auf einem Segelboot, das ihr Vater gebaut hatte. Die meiste Zeit sind sie durch die Karibik gesegelt. Schöne Erinnerungen für die schöne Heather, die sie in etlichen Songs verarbeitet hat.

"300 Days At Sea" heißt das neue Album der inzwischen 44-jährigen, das sie im solar betriebenen Heimstudio aufgenommen hat auf einer winzigen Bermuda-Insel, wo sie mit ihrem Mann und ihrem siebenjährigen Sohn lebt.

Wenn auch auf der Platte alles etwas lieblich und liebreizend sanft im Mainstream dahinschippert, bekommt es im Konzert noch einmal ganz frischen Wind und einen anderen Dreh, in rauere, stürmischere Klang-Gewässer.

Und gewinnt damit schwer an Fahrt und Spannung. "Everything Changes".

Was von der zierlichen blonden Heather im Astra zunächst weich angehaucht wird, mit ihrer klaren engelhaften Stimme zur Akustikgitarre, unterstrichen von einem elegischen Cello, bekommt schnell einen Kick ins Knallige. Vom englischen Drummer Luke Bullen mit bulligem Beat, präzise und kräftig. "Heart And Shoulder". Den Rücken gestärkt vom Bass des Österreichers Arnulf Lindner. Sowie von Tasten, Gitarren und Stimme der Kanadierin Sara Johnston, die schon alleine mit ihren eigenen Songs das Vorprogramm bestritten hatte.

Die famose dänische Gitarristin Berit Fridahl biegt ihren Körper und ihre tiefgehängte Stratocaster in die eigenen Soundstürme und Klangwellen, zerrt reißende Tonfolgen und Kraftakkorde aus den Saiten, spant mit dem Bottleneck darüber, glimmert, rumort, gilmourt, trickst und hendrixt, dass es ein Vergnügen ist.

Und all das tut sie ganz unaufdringlich, immer im Dienst und zum Vorteil von Heather Nova, ihren feinen Songs und ihrer makellosen, natürlichen Stimme, die immer wieder vom weichen tiefen Alt in sirenenhaften Sopran hochspringt. Und dann wieder ganz ruhig und zurückgenommen zur Piano-Begleitung ihre Gefühle besingt, die sie hatte, als sie das versunkene Segelschiff ihrer Kindheit noch einmal beim Tauchen unter Wasser betrachtete. Herzzerreißend.

 

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