Satire: Irrer Wahlkampf-Wahnsinn! : Genosse der Gosse: Peer Steinbrück will neues Image

Peer Steinbrück will seinen verpatzten Wahlkampfauftakt wieder wett machen und versucht es mit einem Imagewandel. Als "Genosse der Gosse" will er zukünftig nach Wählerstimmen fischen. Auch die politische Agenda soll nun "sozial" werden.

Peer Steinbrück will seine Kanzlerkandidatur mit einem Imagewechsel retten. In der Trinkhalle stellte er sein neues Konzept vor.
Peer Steinbrück will seine Kanzlerkandidatur mit einem Imagewechsel retten. In der Trinkhalle stellte er sein neues Konzept vor.Foto: dpa

Nach seinem katastrophalen Start als Kanzlerkandidat plant Peer Steinbrück nach exklusiven Recherchen der Wahnsinn!-Redaktion einen Imagewandel. Schon in der kommenden Woche soll der SPD-Mann mit Hilfe einer eigens engagierten Personality-Agentur aus den USA ein neues Bild von sich zeichnen. In einem dem Wahnsinn! vorliegenden Schreiben empfiehlt die Agentur Steinbrück, „niemals, nimmer und nie wieder über Geld zu reden, nicht einmal beim Brötchenkauf oder vor dem Finanzausschuss des Bundestages“. Damit könne Steinbrück sein Image als „raffgieriger Salonbolschewist“, „jeglichem Fingerspitzengefühl gegenüber resistenter Betonschädel“ und „Genosse der Bosse“ loswerden, glaubt die Agentur. In einem öffentlichkeitswirksamen Coup soll Steinbrück dieses Image vielmehr ins exakte Gegenteil umdrehen – und fortan als „Genosse der Gosse“ Wählerstimmen abgreifen. 

Als "Genosse der Gosse" will Steinbrück neue Akzente setzen.
Als "Genosse der Gosse" will Steinbrück neue Akzente setzen.Foto: dpa

Der neue Kampfname sei das Ergebnis einer langen Suche. Demnach wurden zuvor Vorschläge auf Reime fixierter Agentur-Mitarbeiter verworfen, Steinbrück als „Genosse der Schwimmflosse“ oder sein Äußeres und seine antiquierten Ansichten nutzend als „Genosse der Rhinozerosse“ darzustellen, um ihn als Tierschützer den Grünen wieder schmackhaft zu machen. Auch wurde die Idee begraben, Steinbrück als „Genosse der Raketengeschosse“ auf einen militaristischen Kurs zu bringen. „Nach wochenlangen Auswertungen erkannten unsere Analysten, dass die Deutschen gerade keine Angriffskriege wollen, nicht gegen den Iran, nicht gegen Polen und noch nicht einmal gegen das böse dieser beiden Koreas“, schreibt die Agentur. Der Titel „Genosse der Posse“ passe für einen Neuanfang ebenfalls nicht. Das sei Steinbrück ja ohnehin schon seit Jahren.

Für einen Imagewandel soll Steinbrück statt seiner Verbindung zur europäischen Wirtschaftselite lieber seine menschlichen Seiten betonen. So etwa seinen Aufsichtsratposten bei Borussia Dortmund oder seine wenig bekannte Auszeichnung zum „Bad Honnefer Aalkönig“ aus dem Jahr 2007. Damit könnte „Pannen-Peer“ das SPD-Kernthema soziale Gerechtigkeit wieder in den Mittelpunkt rücken. Natürlich brauche der „neue Sozial-Steinbrück eine neue politische Agenda“, schreibt die Agentur. Diese aufzusetzen sei sehr leicht. „Steinbrück muss sich einfach das Programm der Linken ausdrucken und überall dort, wo eine Zahl steht, jeweils eine höhere Zahl einsetzen. Wenn die Linken zehn Euro Mindestlohn wollen, fordert er einfach zwölf, wenn sie 90 Prozent Reichensteuer verlangen, will er die vollen 100.“ Bei zahlenfreien Losungen wie „Unternehmen enteignen“ oder „Firmenspenden an Parteien verbieten“ empfehle es sich, mit den hilfreichen Wörtchen „und“ sowie „doppelt“ zu arbeiten. „Unternehmen enteignen – und vierteilen“. „Firmenspenden an Parteien doppelt verbieten“.

Auf schmierige Schmutzkampagnen wie diese will Steinbrück im Wahlkampf dagegen zukünftig lieber verzichten.
Auf schmierige Schmutzkampagnen wie diese will Steinbrück im Wahlkampf dagegen zukünftig lieber verzichten.Foto: dpa

Für Probleme könnte den Recherchen des Wahnsinn! zufolge noch die Bezahlung der Personality-Agentur sorgen. Wegen der umständlichen Suche nach einem neuen Image für Steinbrück summieren sich die Forderungen mittlerweile auf über zehn Millionen Euro. Allein die Erkenntnisse, dass die Deutschen keinen Angriff gegen keinerlei Koreas wollen, habe fünf Millionen Euro und mehrere übermüdete Sozialwissenschaftler ihre Gesundheit gekostet, schreibt die Agentur. Eine Lösung könnte sich jedoch abzeichnen, da Steinbrück bereit scheint, die Forderungen durch persönlichen Einsatz abzugelten. „Er könnte beispielsweise ein paar Reden halten.“ Reden? Gegen Geld? Auf Nachfrage bestätigt die Agentur, dass es sich bei diesem Vorschlag natürlich um einen Scherz handeln würde.

Der neue Genosse der Gosse würde sich selbstverständlich in der Agenturkantine an der Spülfront in den Kampf stürzen. (NaX)

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