Kultur : Sphinx-Rückgabe: Parzinger will gütliche Lösung

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, hat sich erstmals zur türkischen Rückgabeforderung der Sphinx von Hattuscha aus dem Pergamon-Museum geäußert. Zwar habe sich an der rechtlichen Einschätzung des Falls nichts geändert. „Doch aufgrund der besonderen Qualität und Geschichte der deutsch-türkischen Beziehungen sollte nach neuen, konstruktiven Wegen bei der Lösung dieses Falles gesucht werden“, so Parzinger am gestrigen Freitag. Die Stiftung sei für solche Wege offen. Die Drohung, deutsche Ausgrabungen in der Türkei zu schließen, schaffe „allerdings kein Klima, das die Suche nach einer positiven Lösung befördert“. Auch Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz sprach sich für eine Rückgabe des Kunstschatzes aus. Es scheine geboten, „die Sphinx von Hattuscha anders zu behandeln als die Nofretete“, so Schmitz, stellvertretender Ratsvorsitzender der Stiftung.

Der türkische Kulturminister Ertugrul Günay hatte die Herausgabe der Steinfigur aus dem 14./13. Jh. v. Chr. gefordert. Die Verhandlungen darüber leitet das Auswärtige Amt, dessen Sprecherin gestern sagte: „Wir waren bisher vom rechtmäßigen Besitz Deutschlands ausgegangen.“  

Indessen widersprach Ralf von den Hoff von der Uni Freiburg, der die Grabungen in Aizanoi, West-Anatolien leitet, dem Vorwurf des türkischen Ministers, zu wenig vor Ort zu sein. Im Januar war dort die Lizenz entzogen worden; ein erfolgreiches Arbeitsprojekt sei damit „jäh beendet“ worden, so der Archäologe. Tsp

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