Theaterpreis für Berliner Dramatiker : Industriegebietskinder wie wir

Sein Stück „The Working Dead" zeigt, wie aus Arbeitslosen Zombies werden. Dafür hat der Berliner Dramatiker Jörg Menke-Peitzmeyer nun den Deutschen Jugendtheaterpreis erhalten.

Jörg Menke-Peitzmeyer
Jörg Menke-PeitzmeyerFoto: Doris Klaas-Spiekermann

Der Berliner Dramatiker Jörg Menke-Peitzmeyer ist mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis für sein Stück „The Working Dead. Ein hartes Stück Arbeit“ ausgezeichnet worden. Die Ehrung, ausgeschrieben vom Bundesfamilienministerium und mit 10 000 Euro dotiert, wurde ihm von der Staatssekretärin Caren Marks im Kaisersaal des Frankfurter Römers überreicht. Das Stück war im Mai 2015 vom Theater Strahl in der Industriehalle KAOS in Berlin-Oberschöneweide uraufgeführt worden. Es erzählt von „Industriegebietskindern“ – so der Titel des Auftragsprojektes – vor dem Hintergrund einer zerfallenden Industriekultur. Die Halle liegt inmitten des ehemaligen „Elektropolis“, einem der damals größten Industriegebiete der DDR und Europas. „Das Stück fragt, was Arbeit heute ist. Wie sie unser Leben und unser Sein definiert“, lobte die Jury. Es sei „eine kluge Reflexion über den Wert der Lebensleistung der Großeltern und die Schwierigkeiten einer Gesellschaft auf dem Weg zum Dienstleistungskapitalismus“. Menke-Peitzmeyer, der 1966 im westfälischen Anröchte geboren wurde und seit 2006 in Berlin lebt, gehört zu den meistgespielten deutschen Kinder- und Jugendtheaterautoren. Tsp

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