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AfD-Demo in Magdeburg : Reizgas-Angriffe auf Journalisten

Bei einer AfD-Demonstration in Magdeburg kam es erneut zu Angriffen auf Journalisten, Teams von MDR und ZDF waren betroffen. AfD-Vize Gauland missbilligt die Übergriffe.

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600 AfD-Sympathisanten kamen am Mittwoch zu einer Demonstration in Magdeburg zusammen. Wieder wurde dabei Journalisten angegriffen.
600 AfD-Sympathisanten kamen am Mittwoch zu einer Demonstration in Magdeburg zusammen. Wieder wurde dabei Journalisten...Foto: dpa

Zwei Teams von Journalisten des MDR und des ZDF wurden am Mittwochabend bei einer Demonstration der rechtskonservativen AfD in Magdeburg aus der Menge heraus angegriffen. Ein Sicherheitsmann des MDR-Teams wurde bei der Reizgasattacke verletzt und von den Sanitätern der Polizei Niedersachsen vor Ort behandelt, berichtete die MDR-Journalistin Jana Merkel via Twitter. Vom ZDF-Team wurde der Kameramann im Gesicht getroffen, berichtete das ZDF-Studio Sachsen-Anhalt ebenfalls via Twitter.

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland hat den Angriff am Donnerstag scharf kritisiert. „Ich muss sagen, dass ich das zutiefst missbilige“, sagte Gauland am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei Aufgabe der Veranstalter, dafür zu sorgen, dass Journalisten über die Aktivitäten der Alternative für Deutschland berichten können. Die AfD könne sich, was die Aufmerksamkeit der Medien angehe, zur Zeit auch nicht beklagen, fügte er hinzu. Schließlich seien Spitzenpolitiker der Partei - er selbst eingeschlossen - zuletzt in mehrere Talkshows eingeladen worden.

Ein Polizeisprecher bestätigte die Meldungen. Der mutmaßliche Täter sei vorläufig festgenommen worden, ihn erwarte eine Strafanzeige wegen Körperverletzung. An der Demonstration hatten nach Polizeiangaben rund 600 Menschen teilgenommen. Im vergangenen November waren es rund 1500. Nach Angaben von Teilnehmern haben neben AfD-Sympathisanten auch extrem rechte Gruppe an der Veranstaltung teilgenommen. An einer Gegendemonstration beteiligten sich 150 Menschen. Auch die Polizei nutzte Twitter zur Information der Öffentlichkeit.

Nur noch in Begleitung von Sicherheitsleuten

Übergriffe auf Journalisten bei Demonstrationen von Pegida und AfD haben in den letzten Wochen und Monaten stark zugenommen. Eine MDR-Reporterin wurde vor zwei Wochen auf einer Demonstration der Legida in Leipzig von einem Schlag ins Gesicht getroffen, als sie mit dem Handy ein Transparent mit der Aufschrift "Rapefugees not welcome" fotografieren wollte.

Erste Angriffe gab es bereits vor einigen Monaten. Bei einer Pegida-Demonstration in Dresden wurden Ende September zwei Fotografen geschlagen und getreten. Der MDR lässt seine Teams inzwischen nur noch in Begleitung von Sicherheitsleuten von den Demonstrationen berichten. Bei der Legida-Demonstration am gestrigen Mittwochabend hat zudem die Polizei Schlimmeres verhindert. Sie war nach den Angriffen sofort ansprechbar, half den Verletzten und sichtete das Videomaterial des MDR.

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