Aktion und Reaktion : "Bild" oder keine "Bild"?

Ein Nein zur Sonderausgabe zum Jubiläum der "Bild"-Zeitung hat (fast) immer gewirkt. Dennoch scheint es Probleme bei der Zustellung gegeben zu haben.

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„Bild“-Träger. Postboten und Zusteller verteilten 41 Millionen Exemplare. Foto: dpa
„Bild“-Träger. Postboten und Zusteller verteilten 41 Millionen Exemplare. Foto: dpaFoto: dpa

Am Sonntag gab es keine Meldung darüber, dass Verweigerer ihre Briefkästen zugeschweißt hatten, um am Samstag ja keine „Frei-Bild für alle“ zu bekommen. Wäre wohl auch nicht nötig gewesen. Auf der Homepage von www.campact.de, wo sich der Löwenanteil der mehr als 250 000 Nein-Sager hatten registrieren lassen, hieß es am Sonntag: „Bislang scheint es, als läge die Zahl der Fälle, wo die Bild-Jubiläumsausgabe trotz Widerspruch zugestellt wurde, im Promillebereich.“ Statt der Zeitung gab es rote Umschläge. Es soll auch Haushalte geben, wo das Gratisblatt nicht eingeworfen wurde, obwohl weder ein Nein angezeigt noch entsprechende Aufkleber angebracht worden waren. Einige Haushalte melden beides: roter Umschlag und „Bild“. Der Axel-Springer-Verlag hatte rund 41 Millionen Exemplare drucken und verteilen lassen.

„Frei-Bild für alle“ war erkennbar gedacht als Werbeaktion für die Stärken der Boulevardzeitung. Jede Geschichte sollte, musste exklusiv sein. Also relativierte Altkanzler Gerhard Schröder im Interview seinen legendären Satz, zum Regieren brauche er „Bild“, „BamS“ und Glotze: „Zum einen braucht man mehr zum Regieren, (...), und zum anderen: ,Bild’ war ja immer gegen mich.“ Bundesligatrainer Jürgen Klopp öffnete sein privates Fotoalbum, die geschiedenen Eheleute Til und Dana Schweiger sprachen über Familie. Frohsinn bot die letzte Seite mit „Schlagzeilen, die Sie auch in 60 Jahren nie lesen werden.“ Darunter: „2032! Wowi eröffnet Haupt-Flughafen.“ Auch „Bild“ kann irren.

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