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„Alle auf den Kleinen“ : Pocher kaspert für RTL

05.01.2013 08:11 Uhrvon
Oliver Pocher kopiert "Schlag den Raab" für RTL - mit wenig Erfolg. Foto: dpaBild vergrößern
Oliver Pocher kopiert "Schlag den Raab" für RTL - mit wenig Erfolg. - Foto: dpa

Es gibt Menschen, die haben an das Talent von Oliver Pocher geglaubt, sehr lange sogar, aber heute wollen sie davon nichts mehr wissen. Andere haben dem Mann jegliches Talent abgesprochen. Und ich hatte vergessen, dass es Oliver Pocher überhaupt noch gibt. Jetzt kaspert er auf RTL vor sich hin.

Dass es ihn noch gibt habe ich dann Freitagmorgen aus der Zeitung erfahren und seit Freitagabend weiß ich, dass es das Beste wäre, wenn er wieder in das Nichts zurückkehren würde, aus dem er gerade gekommen ist. Es wäre das Beste für das Fernsehen, die Zuschauer und für Oliver Pocher.

Seine, na ja, Show „Alle auf den Kleinen“, die RTL jetzt leider gezeigt hat, ist zunächst einmal eine schamlose Kopie von „Schlag den Raab“: Pocher tritt gegen drei Kandidaten in unterschiedlichen Spielen an – aber woraus Stefan Raab die zurzeit beste Samstagabendunterhaltung gemacht hat daraus macht Pocher ein Vierstundenungetüm ohne Sinn und Verstand, bei dem alle Beteiligten nur ihre Fernsehuntauglichkeit beweisen.

Sonja Zietlow zeigt, das sie keine Moderatorin ist, RTL zeigt, das es kein ernstzunehmender Sender mehr ist und Oliver Pocher zeigt, das es keinen Grund gibt in ihm etwas anderes als eine Flitzpiepe zu sehen. Und wenn man jetzt meint, dass diese Kritik bis hierhin etwas überzogen ist, dann war man nicht Zeuge dieser Katastrophe. Die Kraft von „Schlag den Raab“, von jeder gelungnen Fernsehshow, besteht auch darin, dass sie live ausgestrahlt wird – bei „Alle auf den Kleinen“ handelt es sich um eine Aufzeichnung, und die Längen hat man nur deshalb nicht weggeschnitten, weil die Show aus einer einzigen Länge besteht. Die paar Gags zünden nicht, die Spiele lassen keine Spannung zu, die Quizfragen bewegen sich auf „Bild“-Niveau und auch das drumherum – die Musik, das Studio – wirkt wie nicht gewollt und nicht gekonnt.

Um Mitternacht, wenn es dann endlich vorbei ist, fragt man sich dann doch, was man da eigentlich gerade gesehen hat und man wird das Gefühl nicht los, dass das eine Comedyveranstaltung gewesen sein muss und das ist eigentlich auch schon das größte Problem von Oliver Pocher: er nimmt nichts ernst. Weder sich (was noch okay wäre), noch die Zuschauer noch diese Sendung, mit anderen Worten: Oliver Pocher nimmt seine Arbeit, seinen Job nicht ernst. Und das ist schlecht – vor allem auch im Vergleich zu Stefan Raab, ein Vergleich, den Pocher mit dem Konzept der Show selber heraufbeschworen hat. Wo Raab sich selbst, die Show, die Spiele, das Konzept, das Gewinnen ernst nimmt und daraus diese Wucht entsteht, der man gerne zuschaut, verliert sich Oliver Pocher in Kaspereien, und unter diesem Eindruck ist es auch kein Wunder, das der Mann bisher jede Sendung, in die man ihn gesetzt hat, gegen die Wand gefahren hat. Er hat übrigens verloren.

Andererseits: Er hatte es auch nicht leicht in den vergangenen Jahren, nachdem dieses unsägliche Experiment mit Harald Schmidt aufgegeben wurde und er seinen Status als Hoffnungsträger verlor. Denn während Pocher danach alles möglich versucht hat, wurden andere zu den Hoffnungsträgern des deutschen Fernsehens: Klaas Heufer-Umlauf, Joko Winterscheidt, Jan Böhmermann und all die anderen, die sich im Moment auf den Digitalkanälen von ARD und ZDF austoben dürfen. All das muss ziemlich schlimm für Oliver Pocher gewesen sein. All das hat er nach dieser Sendung verdient.

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