"Allegra" kommt zurück : Oh, du Fröhliche

Springer bringt „Allegra“ zurück an den Kiosk. Nach dem Aus 2004 soll das Magazin jetzt erneut den Markt der Frauenmagazine aufmischen - und "Barbara" Konkurrenz machen.

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Eine "Revival"-Ausgabe der "Allegra" erschien 2014, ab 2016 soll das Frauenmagazin wieder regelmäßig am Kiosk liegen.
Eine "Revival"-Ausgabe der "Allegra" erschien 2014, ab 2016 soll das Frauenmagazin wieder regelmäßig am Kiosk liegen.Foto: Promo

„Allegra“ wollte immer anders sein, ohne Cover-Models in Pastellfarben, „ohne Cellulite-Dragees, Diäten und Schönheitsfarmen“, wie der frühere „Stern“-Chefredakteur Andreas Petzold, der das Magazin entwickelte, einmal erzählte. Das Titelbild war in Schwarz-Weiß gehalten, auch inhaltlich setzte sich das 1995 gestartete Magazin aus dem Springer-Verlag angenehm ab von dem üblichen Perfektionierungsgedöns der Frauenzeitschriften. Groß war die Trauer unter den Leserinnen, als „Allegra“ kurz vorm zehnten Geburtstag „wegen hoher Umsatzverluste“ eingestellt wurde. Nun kommt „die Fröhliche“ zurück, um den Markt der Frauenzeitschriften erneut aufzumischen.

2014 gab es bereits eine "Revival"-Ausgabe

Die Tugenden von „Allegra“ seien heute „zeitgemäßer denn je“, erklärte Petra Kalb, Verlagsgeschäftsführerin des Axel Springer Mediahouse. Das Magazin sei „ein besonderes journalistisches Angebot für selbstbewusste Frauen, die vor allem eines schätzen: Haltung und Glaubwürdigkeit.“

Sechs Mal wird „Allegra“ 2016 zum Preis von fünf Euro erscheinen, die erste Ausgabe ist für Ende März geplant. Redaktionsleiterin ist Michaela Mielke, die Gründungs-Chefredakteurin der Zeitschriften „Jolie“ und „Cover“. 2014 hatte Springer bereits eine „Revival“-Ausgabe an den Kiosk gebracht, die Resonanz von Leserinnen und Anzeigenkunden sei sehr positiv gewesen, sagt Kalb.

Auch "Barbara" will "normale" Frauen ansprechen

Sollte „Allegra“ diesen Erfolg fortsetzen können, spiegelt sich darin auch das Bedürfnis der Leserinnen wider nach mehr als „Wie nehme ich ab und habe dabei den ultimativen Sex“-Geschichten. Auch „Barbara“, das kürzlich gestartete Magazin von Barbara Schöneberger und Gruner + Jahr, will „normale“ Frauen erreichen und nimmt für sich in Anspruch, deshalb kein „normales“ Frauenmagazin zu sein – was in der ersten Ausgabe allerdings noch nicht überzeugte. Nun wird „Allegra“ erneut zeigen können, ob das wirklich möglich ist: Ein Frauenmagazin mit Herz und Haltung. Sonja Álvarez



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