Alles auf Risiko? : Pilcher-Produzent Michael Smeaton stemmt Erfurter „Tatort“

So normal wie möglich, so soll das Ermittlertrio im neuen MDR-Krimi sein. Auf jeden Fall sind Friedrich Mücke, Benjamin Kramme und Alina Levshin das jüngste "Tatort"-Team.

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Jüngstes Ermittler-Team des „Tatorts“. Benjamin Kramme (links), Friedrich Mücke (Zweiter von links) und Alina Levshin ermitteln in Erfurt. Und Michael Smeaton produziert den Krimi für den Mitteldeutschen Rundfunk. Foto: MDR
Jüngstes Ermittler-Team des „Tatorts“. Benjamin Kramme (links), Friedrich Mücke (Zweiter von links) und Alina Levshin ermitteln in...Foto: MDR/Marco Prosch

Der „Tatort“ mag ja Kult sein, aber „Tatort“-Ermittler ist längst kein exklusiver Job mehr. Wenn am 14. Mai die Dreharbeiten für den ersten „Tatort“ aus Thüringens Hauptstadt Erfurt beginnen, schickt die ARD das 21. Team vor die Kamera. Und mit Friedrich Mücke, 32, Benjamin Kramme, 31, und Filmpreis-Trägerin Alina Levshin („Die Kriegerin“) auch das jüngste. Die 1984 in Odessa geborene Levshin ist mit 28 Jahren sogar das Küken unter allen 43 „Tatort“-Hauptdarstellern. Ein Twen als angehende Staatsanwältin und zwei kaum ältere Kommissare – ob das Publikum diese jugendliche Mischung in Deutschlands Lieblings-Krimi annimmt, wird man Ende des Jahres sehen. Weniger als acht Millionen Zuschauer sollten es nicht sein, das gilt beim „Tatort“ schon als miserable Quote.

„Wenn wir das Klassenziel nicht erreichen, wird man wahrscheinlich sagen: ,Das hätten wir uns doch denken können, wie kann der Schmonzettenproduzent jetzt ,Tatort’ machen’.“ Michael Smeaton, 60, sitzt in einem Konferenzraum seiner Firma FFP New Media im Kölner Süden. Die besondere Geschichte des neuen Erfurter Teams ist nicht nur die Jugend seiner Hauptdarsteller, sondern auch, dass der Produzent der Pilcher-Filme eine im Internet veröffentlichte Ausschreibung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) gewonnen hat. Und dabei 85 andere Produktionsfirmen ausstach. Könnte sein, dass er sich an dem Sonntag, an dem der Erfurter „Tatort“ in der ARD Premiere feiert, mit Pilcher im ZDF selbst Konkurrenz macht. Smeaton wär’s recht.

Den „Schmonzettenproduzenten“ führt er selbst ins Gespräch ein, was für ein gewisses Selbstbewusstsein spricht. Ob er als solcher unter einem besonderen Druck stehe? „Nein, das sehe ich sportlich“, sagt Smeaton. Seine Firma produzierte seit 1980 Fernsehfilme und Kinderprogramme („Fünf Freunde“), entwickelte die Krimi-Reihe „Kommissar Beck“ und drehte Thriller für ProSieben. Vor allem steht Smeaton aber für: Rosamunde Pilcher. Mehr als 70 Filme Herzschmerz in malerischer Landschaft, kleine Fluchten am Sonntagabend ins Reich der Liebe. Smeaton sagt, er stehe zu Pilcher, voll und ganz. „Eine wunderbare Reihe, die hoffentlich noch lange funktioniert.“

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