Alles in Farbe und HD : „Weltenbrand“

Er kann nicht anders – Guido Knopp verabschiedet sich mit zwei Kriegen vom ZDF.

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Auch ein Guido Knopp geht beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) mal in den Ruhestand. Ende Januar 2013 wird es so weit sein. Der Größe und dem Selbstbewusstsein des Zeithistorikers angemessen, verabschiedet sich der 64-Jährige mit einem „Weltenbrand“. Wie der Branchendienst „kress“ meldete, wird die Produktion die beiden Weltkriege von 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 als „30-jährigen Krieg des 20. Jahrhunderts“ behandeln.

Die erste Staffel startet am 18. September. Drei Folgen, immer am Dienstag um 20 Uhr 15, sind auf den Ersten Weltkrieg fokussiert und sollen zeigen, wie in dieser Zeit die Weichen gestellt wurden für den drei Jahrzehnte dauernden, globalen Konflikt. Der Ehrgeiz der Macher um Guido Knopp ist auch darauf gerichtet, diesen Krieg komplett in Farbe und HD zu zeigen. Markenzeichen von „Weltenbrand“ seien deswegen aufwendig restaurierte und per Hand kolorierte historische Filmsequenzen. Überhaupt zieht Knopp das gesamte Register seiner fernsehhistorischen Kunst. Es wird szenische Rekonstruktionen und Computeranimationen geben. Knopp will nicht brave Dokumentation, er will Bewegung, Verflüssigung des Geschehens, vielleicht sogar Action.

Die zweite Staffel der auf insgesamt acht Folgen angelegten Reihe wird im kommenden Jahr ausgestrahlt, meldet „kress“. Der Zweite Weltkrieg steht im Zentrum und damit das Schaffen des Zeithistorikers. Guido Knopp, seit 1984 beim ZDF und aktuell Leiter des Programmbereichs „Zeitgeschichte“ im Mainzer Sender, hat den Nationalsozialismus in Tiefe und Breite, in Struktur und Personal, in Entstehung und Folgen wieder und wieder für das ZDF aufbereitet.

Insbesondere Adolf Hitler wurde in immer neuen Reihen thematisiert: „Hitler – Eine Bilanz“ (1995), „Hitlers Helfer“ (1996), „Hitlers Krieger“ (1998), „Hitlers Kinder“ (2000), „Hitlers Frauen“ (2001), „Hitlers nützliche Idole“ (2007). Diese fortgesetzte „Hitlerei“ fand nicht immer den Beifall der Experten und Historiker und traf fast immer das Interesse des Publikums. Joachim Huber

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