Alles klar zum Ändern : Ex-Pirat Christopher Lauer arbeitet für Axel Springer

Der ehemalige Chef der Berliner Piratenpartei, Christopher Lauer, ist seit 1. April für den Springer-Konzern tätig. Er wird Leiter Strategische Innovationen - und bleibt gleichzeitig Abgeordneter im Berliner Parlament.

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Christoph Lauer wird Springer-Mann
Christoph Lauer wird Springer-MannFoto: dpa

Alles klar zum Ändern. Ex-Pirat Christopher Lauer arbeitet seit dem 1. April für den Springer-Konzern. In seiner neuen Funktion soll der 30-Jährige "internationale technologische Trends beobachten und auswerten sowie Impulse für neue Entwicklungen in den für Axel Springer relevanten Märkten geben", wie das Unternehmen mitteilte. Lauer berichtet demnach an den Vorstand und arbeitet mit verschiedenen Fachbereichen. Tatsächlich ist Lauer bereits seit Jahresbeginn für den Konzern tätig, was aber erst später bekannt wurde. Vor seiner Festanstellung beriet er Springer zu den Themen Datenschutz und Datensicherheit und war laut "Horizont" bei Projekten und projektübergreifenden Fragestellungen eingebunden". Dafür wurde er mit Summen zwischen 3000 und 7000 Euro bezahlt. Wie sehr sich Springer in die digitale Zukunft denkt, zeigt sich auch in dieser Personalie: Der Konzern holt sich einen kompetenten Kritiker, einen digitalen Vordenker ins Haus. Konservativ war gestern, digital ist morgen.

Christopher Lauer hatte in letzter Zeit mehr als einmal zu verstehen gegeben, dass er seine weitere Zukunft nicht in der Politik sieht. Er war vom 1. März bis zum 18. September Vorsitzender der Piratenpartei in Berlin. Ende vergangenen Jahres hat er die Partei verlassen. Er blieb aber Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus, weil keine Nachrücker zur Verfügung standen und stehen. Der Abgang von Lauer und sein Wechsel zu Springer zeigen auch, in welch fragilem Zustand die Piratenpartei ist.

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