ARD-Reportage : Anke Engelke und der Chor der Muffeligen

Ein ungewöhnlicher Job der „Ladykracher“-Erfinderin: Anke Engelke reiste ein Jahr durch Deutschland - auf der Suche nach dem Glück.

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Vielleicht ist es wesentlich aufschlussreicher, dahin zu gehen, wo man das Glück nicht vermutet. In eine Kinderkrebsstation. Anke Engelke im weißen Kittel bei der Visite, am Bett von Sarah, einem frisch operierten Mädchen. Auf dem Kittel steht „Anke Engelke, Praktikantin“. Hat das irgendwas Gutes, keinen Magen mehr zu haben? Nein. Anke fragt nach Sarahs Boyfriend, ein Zimmer weiter nach den erfreulich positiven Befunden des leukämiekranken Tobi. Ist das Glück?

Vielleicht so was wie Glück. Wenn es Anke Engelke macht. Da verzeiht sich sogar ein Satz wie: „Warum laufen wir gesunde Menschen nicht den ganzen Tag herum und rufen ,Juchhu, ich bin glücklich!’“ Ein Jahr lang ist Engelke unterwegs gewesen: Sie hat glücklichen Menschen nach ihrem Geheimnis gefragt und mit Unglücklichen herausfinden wollen, was glücklich machen könnte.

Das ist anrührend, bewegend, manchmal peinlich. Nein, nichts ist peinlich. Engelke kommt nicht als Journalistin daher, sondern als Mensch, so banal sich das anhört. Die 47-jährige „Ladykracher“-Erfinderin zeigt sich von ihrer ernsten, stillen Seite, genauso wie in ihrem Talk „Anke hat Zeit“ (Samstag, WDR, 22 Uhr 45). Sie gründet einen „Chor der Muffeligen“. Drei Monate lang singen Menschen zusammen, denen es mies geht. Am Ende stehen ein Auftritt in der Philharmonie Köln und das wissenschaftliche Ergebnis, dass Singen glücklich macht.

Diese Sendung macht das auch. Und traurig. Vielleicht ist das eins. Am Ende erfährt Anke, dass Tobi doch sterben wird. Er will dann seiner Mutter ein „Schutzengel“ sein.

„Sowas wie Glück – Eine Reise mit Anke Engelke“,

Montag, ARD, 20 Uhr 15

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