ARD trennt sich von Mehmet Scholl : Von der eigenen Meinung gedopt

Mehmet Scholl wollte nicht über Doping im Fußball reden, weil das Thema keine Relevanz habe. Ein grandioser Irrtum - via Eigendoping. Ein Kommentar.

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Russland? Gerne, aber nur ohne Doping. Mehmet Scholl beim Confed Cup
Russland? Gerne, aber nur ohne Doping. Mehmet Scholl beim Confed CupFoto: SWR/Alexander Kluge

Selbst unter einem ausgewiesenen Experten fängt der Boden an zu wanken, wenn der Experte in den Ich-weiß-es-am-besten-Modus hochschaltet. Da wird Meinung – freundlich gesagt– halsstarrig und – unfreundlich gesagt – „unexpertisch“. Der ARD-Fußballexperte Mehmet Scholl gab seinem Auftraggeber hinter der Kamera und am Mikrofon zu verstehen, dass das Thema Doping keine Relevanz habe. Keine Relevanz? Beim Confed Cup im Juni waren Dopingvorwürfe gegen die russische Gastgebermannschaft laut geworden. Scholl sollte darüber vor laufender Kamera reden. Wollte er nicht, sagte zwei Auftritte ab, fuhr lieber heim. Bei der Aufarbeitung seiner Arbeitsverweigerung blieb Scholl seiner Auffassung treu. Nun ist das Thema Doping im Fußball sehr wohl Meinungssache, was Nutzen und Dimension angeht. Keine Meinungssache ist, dass es ein Thema ist. Und damit in den Arbeitsbereich des Fußballexperten Mehmet Scholl gehört. Beispielsweise hätte ein Gespräch zwischen ihm und dem ARD-Dopingexperten Hajo Seppelt für das Publikum viel klären und aufklären können. Wollte der ausgezeichnete Fußballer, der zum ausgezeichneten Experten wurde, partout nicht. Er wollte sich lieber mit der eigenen Meinung dopen.

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