Aufbruch : Die „taz“ verlässt Rudi Dutschke

Der Verlag plant einen Neubau an der Friedrichstraße neben dem früheren Blumengroßmarkt. Die Genossen signalisieren Zustimmung.

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Die genossenschaftlich organisierte „tageszeitung“ („taz“) plant den Umzug in einen Neubau für Redaktion und Verlag in Berlin. „Es geht darum, 17 bis 20 Millionen Euro zu finanzieren“, sagte „taz“-Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch am Samstagabend bei der jährlichen Genossenschaftsversammlung. Infrage komme ein Grundstück an der Friedrichstraße in Berlin-Kreuzberg neben dem früheren Blumengroßmarkt, etwa 450 Meter vom heutigen Sitz der Zeitung entfernt. Es liefen Gespräche mit der Stadt über den Erwerb. Im ehemaligen Blumengroßmarkt ist die Akademie des Jüdischen Museums mit Archiv, Bibliothek und Räumlichkeiten für diverse Bildungsangebote untergebracht.

Ein Neubau für die „taz“ könne die Arbeitsbedingungen für Redaktion und Verlag verbessern, sagte der Geschäftsführer. Die Redaktion arbeitet derzeit in zwei eigenen Gebäuden an der RudiDutschke-Straße mit etwa 3000 Quadratmetern Bürofläche. Der Verlag und weitere Abteilungen nutzten angemietete Räume mit etwa 1500 Quadratmetern Nutzfläche. „Es wäre gut, wenn wir 2017 umziehen, weil dann die Mietverträge in den zugemieteten Räumen auslaufen“, sagte Ruch. Der angepeilte Neubau würde etwa 6000 Quadratmeter nutzbare Fläche bieten. Die Mitglieder der Genossenschaft reagierten überwiegend zustimmend auf die Umzugs- und Neubau-Pläne.

2012 hatten die „taz“-Gesellschaften mit zusammen 210 Vollstellen einen Verlust von gut 616 000 Euro verbucht, dem stehen Gewinne aus den drei vorausgegangenen Jahren gegenüber. Der Umsatz 2012 sank leicht auf 25,88 Millionen Euro. Haupteinnahmequelle ist nach wie vor der Zeitungsvertrieb. Die verkaufte Auflage der „tageszeitung“ stieg 2012 verglichen mit dem Vorjahr um 1,8 Prozent auf 55 312 Exemplare, zu denen auch 5446 E-Paper zählen. Im laufenden Jahr sinkt die „taz“-Auflage wieder. dpa/Tsp

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