Aus Berlin für die Welt : Deutschland für Russland

Das Wochenmagazin "Europa Ekspress" will wie eine deutsche Zeitung sein - nur in russischer Sprache.

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Chef: Europa Ekspress
Chef: Europa Ekspress

Als der russische Geschäftsmann Nicholas Werner 2001 die russischsprachigen Wochenzeitungen „Europa Zenter“ und „Vostochny Express“ übernahm und in „Europa Ekspress“umwandelte, dümpelte die Auflage bei 15 000 verkauften Exemplaren herum. Seitdem hat sie sich fast verzehnfacht, was sicher nur zum Teil mit steigenden Einwandererzahlen aus der früheren Sowjetunion zu tun hat. Vorher eher literarisch orientiert, hat sich das Blatt mit Sitz in der Berliner Großbeerenstraße zu einer Plattform für in Deutschland lebende Russen gewandelt, die über Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Sport und Kultur in Deutschland und der Heimat berichtet. „Europa Ekspress“ sei „wie eine deutsche Zeitung, nur in russischer Sprache“, sagt Redaktionsleiter Michail Goldberg, 51. Der Unterschied sei, dass nicht strikt zwischen Nachricht und Meinung getrennt werde, weil der Großteil der Leser „noch die alte sowjetische Zeitungstradition kennt“. Seit April erscheint „Europa Ekspress“ im neuen Gewand, aus der Zeitung ist ein Wochenmagazin mit 84 Seiten geworden. Von der Abwanderung der Leser ins Internet ist das Blatt noch nicht betroffen. Ein wenig Sorge macht Goldberg die Zukunft dennoch. „Die Jungen sind meist in Deutschland aufgewachsen und lesen eher deutsche Zeitungen als russische – wenn sie überhaupt was lesen.“Sabine Sasse

In Berlin erscheinen rund 200 fremdsprachige Zeitungen und Periodika. Wir stellen einige vor.

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