Ausgabenpolitik der ARD : Nur halb transparent

Die ARD veröffentlicht Gehälter der Intendanten und verschweigt Honorare der Sportexperten. Transparenz geht aber nur ganz oder gar nicht. Ein Kommentar

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Karola Wille, Vorsitzende der ARD, will mehr, aber nicht volle Transparenz, was die Ausgaben der ARD angeht.
Karola Wille, Vorsitzende der ARD, will mehr, aber nicht volle Transparenz, was die Ausgaben der ARD angeht.Foto: dpa

Endlich weiß die Öffentlichkeit, was Tom Buhrow als Intendant des WDR im Jahr verdient: 399 000 Euro. Noch immer weiß die Öffentlichkeit aber nicht, was Mehmet Scholl als Fußballexperte der ARD verdient hat. Vielleicht 800 000 Euro von jenen 1,2 Millionen Euro Honorar, die die ARD an ihre acht Sportexperten bezahlt hat? Der öffentlich-rechtliche Sender hat sich der Transparenz verschrieben. Die Beitragszahler sollen erfahren, wofür und für wen die ARD die Gebührenmilliarden ausgibt. Wer sich auf den Tugendpfad der Transparenz begeben hat, der kann sich weder die Stationen noch das Ziel aussuchen. Das Argument, Honorare von Experten, Moderatoren und Schauspielern könnten nicht genannt werden, weil sonst die Senderkonkurrenz in Vorteil käme, verfängt nicht. Siehe BBC: Fußballexperte Gary Lineker erhält zwei Millionen Euro pro Saison. Aus der Veröffentlichung des Honorars sind weder ihm noch der BBC Nachteile erwachsen, abgeworben wurde er auch nicht. Was die Transparenz aber provozierte, das war die Notwendigkeit, das Salär zu rechtfertigen. Wenn die ARD von ihrer Honorartabelle überzeugt ist, wird sie um beste Argumente nicht verlegen sein. Zur Übung kann sie beim WDR-Chef-Gehalt anfangen.

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