Ausgezeichnetes Radio : Berliner Privatsender sammeln Preise ein

Gleich vier Auszeichnungen holen Berliner Rundfunk, RTL und Spreeradio beim Deutschen Radiopreis 2016. Der RBB geht leer aus.

Der britische Sänger und Rockmusiker Sting steht bei der Verleihung des Deutschen Radiopreises am Ende der Sendung mit Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß (l) und der Moderatorin Carolin Kuhn vom Berliner Spreeradio auf der Bühne. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Der britische Sänger und Rockmusiker Sting steht bei der Verleihung des Deutschen Radiopreises am Ende der Sendung mit...Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Weder RadioEins noch Radio Fritz oder eine andere RBB-Welle, dafür Berliner Rundfunk, RTL und Spreeradio: Bei der Vergabe des Deutschen Radiopreises am Donnerstagabend wurden Berliner Privatsender viermal ausgezeichnet und konnten die meisten Trophäen bei der Gala im Hamburger Hafen einsammeln. Rock- Sänger Sting wurde mit einem Sonderpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Gleich acht Hamburger Sender wurden für die beste Programmaktion geehrt: Vier Privat- und vier NDR-Sender hatten gemeinsam im September 2015 gegen eine Neonazi-Demonstration protestiert, in dem sie zeitgleich John Lennons „Imagine“ spielten und einen Text gegen Fremdenfeindlichkeit verbreiteten.

Sieg der Berliner Privatwellen

Simone Panteleit vom Berliner Rundfunk 91,4 nahm den Radiopreis als beste Moderatorin entgegen. Die beste Morgensendung kommt vom Berliner 104,6 RTL Hit-Radio. Ausgezeichnet wurden Arno Müller und Katja Dedens, die bereits seit 22 Jahren gemeinsam zu hören sind. Als beste Sendung wurde die Show von Hans Blomberg von RTL Hit-Radio ausgezeichnet. Beste Newcomerin ist Carolin Kuhn vom 105,5 Spreeradio. Das Spreeradio war bereits 2015 erfolgreich.

Steffen Lukas und Henry Nowak nahmen den Radiopreis in der Kategorie „Beste Comedy“ für ihre „Radio PSR Sachsensongs“ entgegen. Für ihre umfangreichen Recherchen über die „Panama Papers“ erhielten Benedikt Strunz und Adrian Feuerbacher von NDR info den Radiopreis für das beste Nachrichtenformat. EU-Kommissar Günther Oettinger nannte in seiner Laudatio die Aufklärung über dubiose Bankgeschäfte „eine Sternstunde des investigativen Journalismus“. Beteiligt waren auch WDR und „Süddeutsche Zeitung“.

Das beste Interview führte Steffi Neu auf WDR2 mit Thomas Gottschalk. Bester Moderator ist Jascha Habeck von HR info. Für die beste Innovation wurden Simon Dreioppel und Stefanie Schäfer für den Beitrag „Sido – Die Wiese vorm Reichstag“ in der ARD-Themenwoche Heimat geehrt, der über die sozialen Medien vor allem jüngere Hörer angesprochen hat. Für die beste Reportage wurde Dominik Schottner von DRadio Wissen für seine Sendung über seinen alkoholkranken Vater geehrt.
Stifter des Deutschen Radiopreises sind die Hörfunkprogramme der ARD, das Deutschlandradio und die Privatradios. Die elf Preise wurden von der unabhängigen Jury gleichermaßen an private und öffentlich-rechtliche Sender vergeben, einer ging gemeinsam an beide Sendergruppen. epd/Tsp

4 Kommentare

Neuester Kommentar