Ausverkauf : Weitere Regionalzeitung verkauft

Stefan von Holtzbrinck gibt „Saarbrücker Zeitung“ ab. Der Stuttgarter Verleger will sich auf weniger Standbeine konzentrieren.

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Foto: Wolff
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Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck trennt sich von der Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH, zu der neben der „Saarbrücker Zeitung“ auch die „Lausitzer Rundschau“ in Cottbus, der „Pfälzische Merkur“ in Zweibrücken und der „Trierische Volksfreund“ gehören. Stefan von Holtzbrinck begründete den Verkauf mit der strategischen Neuausrichtung der Verlagsgruppe. „Wir wollen uns im globalen Wettbewerb auf weniger Standbeine konzentrieren, auf Bildung und Wissenschaft, auf Literatur, auf digitale Geschäftsmodelle“, sagte der Verlagserbe.

Im ersten Schritt erhöht die Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar (GSB) ihren Anteil am Saarbrücker Verlag von 26 auf 49 Prozent. Bis spätestens 2014 wird die GSB auch die restlichen Anteile übernehmen. Die politiknahe Gesellschaft will nun einen Verleger finden, der die Zeitung in Zukunft führt. Die saarländische Verlagsgruppe erwirtschaftete im Jahr 2011 mit 2700 Mitarbeitern einen Umsatz von 330 Millionen Euro und erzielte eine zweistellige Rendite. Der Kaufpreis soll sich im dreistelligen Millionenbereich bewegen.

Stefan von Holtzbrinck hat den Zeitungsbereich bereits kontinuierlich ausgedünnt. Tagesspiegel und „Handelsblatt wurden an die Verlagsgruppe seines Bruders Dieter von Holtzbrinck zurückverkauft. Die „Zeit“, an der Stefan von Holtzbrinck festhalten will, wird je zur Hälfte von der DvH Medien GmbH und der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehalten. Ende 2011 hatte Stefan von Holtzbrinck die Mehrheit am „Südkurier“ in Konstanz an die Augsburger Mediengruppe Pressedruck verkauft. An dieselbe Gruppe war ein Jahr zuvor die Würzburger „Main-Post“ verkauft worden.

Der Rückgang der Zeitungsbeteiligungen ging einher mit dem Ausbau der Online-Aktivitäten. Zu den Digital-Bereichen von Holtzbrinck gehören Firmen wie My-Hammer, Parship und die VZ Netzwerke. Kurt Sagatz

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