Medien : "B.Z.": Zerrüttete Verhältnisse

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Erst seit Januar war Hansjörn Muder Stellvertreter von "B.Z."-Chef Georg Gafron. Nun kam es zwischen den beiden zu einem Eklat, der Gafron dazu veranlasste, bereits in einer Redaktionskonferenz am Donnerstag zu sagen, Muder sei von seinen Aufgaben entbunden. Seit Freitag trifft dies auch wirklich zu. Muder scheidet aus, weil Gafron ihn für illoyal hält. Springer-Sprecherin Edda Fels sagt, das "Vertrauensverhältnis ist beschädigt". Gestolpert ist Muder über einen doppelseitigen Beitrag in der letzten "B.Z. am Sonntag" ("Der Fall Krause"), in der die private, finanzielle und berufliche Pleite des Ex-Verkehrsministers Günther Krause (CDU) behandelt und in dem er als Krimineller dargestellt wurde. Auch "Bild am Sonntag" berichtete über den Offenbarungseid ("Er hat nur noch 200 Mark und eine Uhr") - Muder hatte die Vorabmeldung weiterdrehen lassen. Noch in der Nacht kippte Gafron, der sich Krause verbunden fühlt, den Beitrag aus dem Blatt und ersetzte ihn durch einen Grand-Prix-Bericht.

Muder war vor seinem Wechsel zur "B.Z." stellvertretender Chef der "Hamburger Morgenpost". Von dort hatte ihn Springer-Zeitungsvorstand Mathias Döpfner zur "B.Z." geholt, um Gafron einen zeitungserfahrenen Mann an die Seite zu stellen. Döpfner kennt Muder aus der Zeit, als er selbst noch Chefredakteur der "Hamburger Morgenpost" war. Nach Informationen des Tagesspiegel wollte Döpfner in der Sache nun zunächst beruhigend einwirken, sprach Gafron aber dann doch sein vollstes Vertrauen aus.

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