Berufsrisiko Tod : Vom Leben als Krisenreporterin

Katrin Sandmann begibt sich für ihren Beruf in Gefahr: Im letzten Jahr sendete sie live vom Libanon-Krieg, einmal trieben sie Terroristen in die Enge. Eine Krisenreporterin erzählt.

Katrin Sandmann
Immer in Gefahr: Krisenreporterin Katrin Sandmann. -Foto: n24

Selbstmordattentätern begegnete Katrin Sandmann bislang erst einmal in ihrem Leben. Sie blieb unverletzt. Nicht, weil sie so schnell flüchtete, sondern weil sie bloß ihre Augen öffnen musste, um ihnen zu entkommen. Die Begegnung mit den Terroristen war nur ein Albtraum – doch wenn Sandmann, 41, im Einsatz ist, lebt sie tagtäglich mit der Gefahr, in die Luft gesprengt zu werden. Denn Sandmann ist Leiterin der Redaktion Reportage beim Nachrichtensender N24. Als Korrespondentin berichtet sie aus dem In- und Ausland. Ihr Spezialgebiet: Krisenregionen im Nahen Osten. So war sie schon in Jerusalem, Amman und Bagdad stationiert. Vergangenes Jahr sendete sie live vom Libanon-Krieg. Zurzeit ist sie wieder in Deutschland und erzählte jetzt von ihrem Leben als Krisenreporterin.

„Angst vor dem Tod habe ich nicht“, sagt sie. Doch auch wenn das Risiko zu ihrem Beruf gehört – für eine gute Geschichte riskiert sie ihr Leben nicht. Deshalb versucht sie vor jedem Dreh so viele Informationen wie möglich über ihr Einsatzgebiet zu bekommen, um die Gefahr abschätzen zu können. Dabei hilft einerseits die Bundeswehr, andererseits einheimische Menschen aus dem jeweiligen Land. „Stringer“ werden sie genannt und stehen Journalisten wie Sandmann als ständige Begleiter zur Seite, um Transporte, Interviewpartner und Drehorte zu organisieren. „Aber letztendlich verlasse ich mich immer auf mein Bauchgefühl“, sagt Sandmann. Sie ist eine der wenigen Frauen, die aus dem Nahen Osten berichten. Manchmal sei sie im Nachteil, wenn sich männliche Einheimische weigern, mit ihr zu reden. Andererseits bekomme sie als Frau Einblicke in Bereiche, die ihren männlichen Kollegen vorenthalten bleiben. Dass sie im Vergleich mit den Männern noch härter und selbstbewusster sein muss, glaubt sie nicht. Dennoch werde sie durch ihre Einsätze verändert. Wenn Freunde in Deutschland über ihre Alltagsprobleme klagen, sagt Sandmann manchmal: „Stellt euch nicht so an“, und denkt dabei an das Elend in den Krisenregionen, über das sie berichtet.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben