Bewerben lohnt sich wieder : Deutschlandradio sucht weiter neuen Intendanten

Trotz Sondersitzung des Verwaltungsrates: Kein Favorit für den Nachfolge von Deutschlandradio-Intendant Willi Steul in Sicht

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Willi Steul ist noch bis Ende April Intendant des Deutschlandradios.
Willi Steul ist noch bis Ende April Intendant des Deutschlandradios.Foto: picture alliance / dpa

In der Sendergeschichte des Deutschlandradios (DLR) wurden bislang zwei Intendanten gewählt: Erst Ernst Elitz, dann Willi Steul. Größere Aufregungen um die jeweilige Wahl und Wiederwahl sind nicht bekannt gworden. Wird es jetzt anders. Willi Steul hat sein Amt zum 1. Mai zur Verfügung. Das geschah so rechtzeitig, dass der Verwaltungsrat des Senders eine vierköpfige Findungskommission bestimmen konnte: ZDF-Intendant und Verwaltungsratschef Thomas Bellut, WDR-Intendant und stellvertretender Vorsitzender Tom Buhrow, der Chef der Berliner Senatskanzlei Björn Böhning (SPD) und die Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Das Quartett wurde mit verschiedenen Kandidaten fündig, zwei sind noch im Rennen: DLR-Programmdirektor Andreas-Peter Weber und Stefan Raue, Chefredakteur des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR).

Kandidat braucht in beiden Gremien Zwei-Drittel-Mehrheiten

Nach dem DLR-Staatsvertrag muss sich der Verwaltungsrat mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit dem Hörfunkrat einen Kandidaten vorschlagen, der dann vom Hörfunkrat wiederum mit Zwei-Drittel-Mehrheit gewählt wird.

Die Personalie stockt schon beim Verwaltungsrat. Auch eine jüngste Sondersitzung brachte keine Klärung, die acht Mitglieder konnten sich auf keinen Vorschlag einigen. Dazu gibt es verschiedene Lesarten: Für den SPD-Kandidaten Weber findet sich bei den CDU-Vertretern so wenig eine Mehrheit wie für einen konservativen Kandidaten auf der SPD-Seite. Die Parteien blockieren sich. Ein Verwaltungsratsmitglied ist mit den Vorschlägen sowieso nicht einverstanden – wo bleibt die kompetente Frau, die es sowohl im Deutschlandradio als auch in anderen öffentlich-rechtlichen Sendern gibt?

Und das noch: Der Hörfunkrat will nicht das Abnickgremium des Verwaltungsrates spielen, sondern wenigstens unter zwei Kandidaten auswählen können. Spannende Zeiten im Deutschlandradio. Joachim Huber

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