Bezahlfernsehen : Sky Deutschland mit mehr Abos, aber roten Zahlen

Der Pay-TV-Kanal Sky kann zwar im ersten Halbjahr bei den Abo-Zahlen zulegen, bleibt aber weiter das deutsche Sorgenkind im Medienimperium von Rupert Murdoch.

Der Dauerpatient Sky Deutschland bleibt auf dem Weg der Besserung. Zwar steckt der Bezahlsender weiter tief in den roten Zahlen, konnte allerdings seine Verluste auch im zweiten Quartal weiter eindämmen. Vor allem aber legte das deutsche Sorgenkind im Medienimperium von Rupert Murdoch weiter bei den so dringend benötigten Abonnenten zu. Zwischen April und Juni kamen unter dem Strich 33 000 neue Kunden dazu und ließen die Abo-Zahl auf 2,759 Millionen wachsen. Vor einem Jahr lag das Plus bei gerade 6000. In der zweiten Hälfte sollen noch mal 200 000 neue Abos dazukommen.

„Wir sind sehr zufrieden mit unseren Fortschritten im zweiten Quartal“, sagte Sky-Chef Brian Sullivan am Freitag und ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass noch immer viel zu tun ist. Der Manager führt das frühere Premiere seit fast eineinhalb Jahren und soll den Konzern endlich auf
Profit trimmen - ein Ziel, das seit der Gründung des Pay-TV-Unternehmens vor rund 21 Jahren noch nie nachhaltig erreicht wurde. Sullivan setzt vor allem auf den Ausbau des Programms, auf hochauflösendes Fernsehen (HD) und auf mehr Werbung.

Der Kurs beginne sich nun auszuzahlen. „Diese soliden Ergebnisse bestärken mein Vertrauen in unsere Fähigkeit, ein erfolgreiches Pay-TV-Geschäft aufzubauen.“ Unter dem Strich verbuchte Sky Deutschland im zweiten Viertel einen Verlust von 53,6 Millionen Euro, vor einem Jahr waren es noch
knapp 82 Millionen. Der Umsatz kletterte um 17,2 Prozent auf 276,7 Millionen Euro. Auf das gesamte erste Halbjahr gerechnet verlor der Konzern zwischen Januar und Juni allerdings immer noch jeden Tag knapp 776 000 Euro.

Doch Sullivan machen diese Zahlen nicht bange. Rupert Murdochs News Corp. hatte in den vergangenen zwölf Monaten auf verschiedenen Wegen rund 448 Millionen Euro in den verlustreichen Sender gepumpt, etwa um das Programm und das HD-Angebot kräftig auszubauen und kräftig Werbung
zu machen. Das sollte zunächst auch ausreichen, sagte Sullivan. „Aber wir schlagen die Tür nicht zu.“ So sei es durchaus denkbar, etwa für große Investitionen weiteres frisches Kapital zu beschaffen. Die Kasse von News Corp. jedenfalls ist trotz der Skandale, die Murdochs Reich erschüttern, gut
gefüllt.

Und auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate sind gut. Dank des Bundesliga-Starts ist das dritte Quartal stärker als die eher schwachen Auftaktviertel - und auch das besonders ertragreiche Schlussquartal mit dem Weihnachtsgeschäft steht aus. 2010 kamen in diesem Abschnitt 131 000 Kunden dazu. Für das zweite Halbjahr rechnet Sullivan mit einem Plus von 200 000 Abos. „Vielleicht werden es auch ein bisschen mehr.“ Damit käme der Sender in die Nähe der 3-Millionen-Marke. Sullivans Vorgänger sahen hier die Grenze für den Sprung in die schwarzen Zahlen. Doch Sullivan bleibt vorsichtig.

„Es gibt keine magische Zahl“, sagte er. Grundsätzlich könne das Geschäft die schwarze Null in einem Korridor von 2,8 bis 3,2 Millionen Abonnenten erreichen. Wann das Unternehmen aber tatsächlich Gewinne machen wird, ließ Sullivan offen. In diesem Jahr auf keinen Fall, das steht fest. dpa

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