Medien : „Big Brother“ kauft sich Zuschauer Komparsen müssen Live-Show in Berlin füllen

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Wer als Statist beim Film mitspielen möchte, hofft wohl auf ein Stück vom Ruhm. Doch der Job, der am Freitagabend auf die Komparsen in Berlin-Adlershof wartet, ist wenig glamourös. Ihre Aufgabe: Publikum spielen beim Sat-1-Format „Promi Big Brother“ – denn Zuschauer, die sich freiwillig die Live-Sendung vor Ort anschauen und die Moderatoren Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher bejubeln möchten, finden sich offensichtlich nicht genug.

30 Euro gibt es für fünf Stunden Einsatz von 18 Uhr 30 Uhr bis 23 Uhr 30. Vorher abhauen ist nicht drin. „Ihr müsstet bis zum Schluss auf der Veranstaltung bleiben!!“, heißt es in der Mail, die zwei Berliner Agenturen am Donnerstag verschickt haben. Gemütlich wird’s nicht. „Es ist eine Open-Air-Location, heißt, Ihr seid im Freien und müsst stehen“, warnen die Agentur vorab und bitten „um Diskretion“. Bereits bei der Auftaktsendung am vergangenen Freitag sollen Komparsen als Claqueure gecastet worden sein.

Es sei „üblich, dass Restposten an Tickets an Komparsen vergeben werden, um bei Shows auch nur kleine Lücken im Publikum zu vermeiden. Es handelt sich hierbei um Einzelfälle“, teilt die Produktionsfirma Endemol mit. „Wir sind mit dem Interesse an den Kauf-Tickets für ,Promi Big Brother‘ weiterhin zufrieden.“ Wie viele Zuschauer „echt“ sind und wie viele gekauft, sagt Endemol nicht. So klein scheinen die Lücken jedoch nicht zu sein. „Gerne könnt ihr Freunde & Bekannte mitnehmen“, steht in der Agentur-Mail.

Aber nicht nur vor Ort, sondern auch vor den Bildschirmen findet die Sendung weniger Publikum als wohl geplant. Nur noch 1,34 Millionen Zuschauer (Marktanteil fiel auf 6,6 Prozent) verfolgten am Mittwochabend die Sendung, die bis zum 27. September täglich läuft, bei starker Konkurrenz gegen die Champions-League-Übertragung im ZDF. Sonja Álvarez

„Promi Big Brother“, Sat 1, 20 Uhr 15

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