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Body-Count beim Tatort "Im Schmerz geboren" : 53 Leichen sollt ihr sein

Das Urteil der „Tatort“-Gucker bei Twitter ist eindeutig: Der Krimi mit Ulrich Tukur und Ulrich Matthes ist einer der besten seit langem, auch wenn die TV-Quote nur durchschnittlich ist. Unklar ist allerdings noch die Zahl der darin Getöteten.

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Tatort-Szene: Kommissar Felix Murot (Ulrich Tukur) greift zur Waffe.
Im Schmerz geboren: Tatort-Kommissar Felix Murot (Ulrich Tukur) greift zur Waffe.Foto: dpa

47, 51, 52 oder gar 53 Tote. Nach dem "Tatort: Im Schmerz geboren“ am Sonntag mit Ulrich Tukur und Ulrich Matthes in den Hauptrollen hat der Body-Count begonnen. Fest steht: die Rekordleichenzahl ist wohl höher als vorab vom Hessischen Rundfunk (HR) kommuniziert. Die stets genaue Experten-Seite "Tatort-Fundus" zählte dabei 51 statt 47 Leichen und führte sie in einem Artikel auf. Im HR-Format „Tatort - die Show“ (im Web und bei der Radiowelle YouFM) gestand der hauseigene „Tatort“-Redakteur Jörg Himstedt, die Leichen seien „nie gezählt“ worden. Ein Schauspieler habe die Zahl 47 bei einer Pressevorführung in die Welt gesetzt. Den Machern sei es jedoch nie um eine genaue Zahl gegangen.

Sicher ist: Es gibt unterschiedliche Zählweisen; je nachdem, ob man erwähnte Leichen oder nur gezeigte Tode einschließt. Das Team der „Tatort-Show“ kommt auf 52 Leichen. In Paris hatte Harloff zudem noch einen Polizisten ermordet, der an dem Verrat an ihm beteiligt war. Dieser Mord wird jedoch nicht gezeigt und wurde vom "Tatort-Fundus" genauso wenig berücksichtigt wie die Geliebte von Murot und Harloff, die in Bolivien starb und auf dem Abschluss-Gemälde ebenfalls zu sehen ist. Ingesamt kommt man so auf 53 Tote.

Vor „Im Schmerz geboren“ war der Hamburger Fall „Kopfgeld“ mit Til Schweiger aus dem März 2014 mit 19 Leichen der Rekord-„Tatort“ seit Gründung der ARD-Reihe im Jahr 1970.

Tarantino-"Tatort" mit guter Quote

Nach der Erstausstrahlung des Krimis am Sonntagabend entwickelte sich im Internet und beim Kurznachrichtendienst Twitter eine lebhafte Diskussion über die Qualität des Krimis und die Anzahl der Toten darin. Die Resonanz des Publikums blieb im üblichen Rahmen für einen Hessen-"Tatort" mit Ulrich Tukur. Im Durchschnitt schalteten 9,3 Millionen Zuschauer den Ausnahme-Krimi ein. Der Marktanteil betrug 26 Prozent. Damit blieb "Im Schmerz geboren" allerdings unter dem Bestwert für einen Tukur-"Tatort". Im Dezember 2013 hatte die Folge "Schwindelfrei" 9,41 Millionen Zuschauer begeistert - und das trotz starkem Konkurrenzprogramm. Die Quote lag bei 26,4 Prozent. Der unter anderem mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete HR-"Tatort" "Weil sie böse sind" mit Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf von Januar 2010, den ebenfalls das Duo aus Autor Michael Proehl und Regisseur Florian Schwarz umgesetzt hatte, war sogar nur auf 7,5 Millionen Zuschauer gekommen.

Der Tatort bot alles - von Shakespeare bis Sergio Leone

Den Krimi vom Sonntag liebte oder hasste man: Der ungewöhnliche Krimi bot William Shakespeare und Sergio Leone, François Truffaut und Quentin Tarantino, Ludwig van Beethoven und Vincent van Gogh oder auch die Filmsprache von Lars von Trier. Außer der Titelmelodie erinnerte im vierten Fall von LKA-Ermittler Felix Murot (Ulrich Tukur) kaum etwas an das übliche Format der beliebten Krimireihe.  Regisseur Florian Schwarz setzte nach dem Drehbuch von Michael Proehl eine dichte Geschichte in Szene, nicht nur voller Anspielungen auf allerlei kulturelle Perlen, sondern auch mit beeindruckenden Bildern und viel Musik vom hr-Sinfonieorchester. (mit dpa)

Twitter-Kritik zum Tatort

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