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Britische Fernsehserie : Catweazle-Darsteller Geoffrey Bayldon ist tot

Seine Zauberformel war "Salmei, Dalmei, Adomei": Der Magier Catweazle war die bekannteste Rolle des britischen Schauspielers Geoffrey Bayldon. Nun ist Bayldon im Alter von 93 Jahren gestorben.

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Seine berühmteste Rolle: Geoffrey Bayldon als Catweazle
Seine berühmteste Rolle: Geoffrey Bayldon als CatweazleFoto: Screenshot BBC

Wie konnte diese Fernsehproduktion eigentlich so ein weltweiter Erfolg werden? Ein schrulliger, ziegenbärtiger, angelsächsischer Hexenmeister mit wildem Blick katapultiert sich aus dem elften Jahrhundert ins Großbritannien der 1970er Jahre. Catweazle heißt er, und was staunt er über die Erfindungen der modernen Zivilisation, das Telefon nennt er „Zauberknochen“, Elektrizität „ElektrikTrick“. Überwältigt von jeder Entdeckung und knapp vor der Entdeckung muss ihm Farmerssohn Harold Bennet wieder und wieder zur Seite springen. Mit der Zauberformel „Salmai, Dalmei, Adomei“ richtet Catweazle jede Menge Schlamassel an, treu begleitet von der Kröte Kühlwalda. Dass die Erscheinung aus dem Jahr 1066 die Welt Stück für Stück entdeckt, quasi mit Kinderaugen, das begeisterte die jungen Zuschauer; dass er dabei manche Errungenschaft der modernen Welt mit manchem Fragezeichen versieht, das fesselte die Älteren. Und beide waren millionenfach angezogen von Geoffrey Bayldon, Darsteller des „Catweazle“. Der 1924 in Leeds geborene Schauspieler, Sohn eines Schneiders und einer Schulrektorin, gab schon bei der Maske alles. Die Schminkerei vor jedem Dreh dauerte bis zu anderthalb Stunden, so dick war die „zweite Haut“ aufgetragen, dass er nach dem Dreh zwei Mal baden musste.

Bloody good

Als Richard Carpenter die Serie kreierte und die Bücher schrieb, hatte er die Besetzung der Titelrolle mit Geoffrey Bayldon bereits im Sinn. Der Schauspieller, mit Shakespeare-Rollen bereits als ernsthafter Künstler eingesegnet, hatte diesen Gestus für ältere Männer, dieses Zischen in der Stimme, das Talent für die Grimasse. Und er vertiefte sich massiv in diesen wunderlichen, liebenswerten Zausel namens Catweazle, und akzentuierte ihn erkennbar-unverkennbar mit Manierismen, Ticks, Schlagwörtern.

Zwei Staffeln à 13 Folgen wurden 1970 bis 1972 im Privatsender ITV gezeigt und 1974 vom ZDF übernommen. Eine dritte Staffel kam mit dem Tod von Regisseur von Quentin Lawrence nicht mehr zustande, zu stark die Furcht, dass mit einem neuen Team die alte Magie verloren ginge. Bayldon kapitalisierte den „Catweazle“-Ruhm in Fernseh-, Kino- und Theaterrollen, ein zweiter Hexenmeister war nicht darunter. Am 10. Mai ist Geoffrey Bayldon mit 93 Jahren gestorben. Über seinen Catweazle hatte er gesagt: „This fella’s bloody good.“

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