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Bundesliga-TV : Rudi Völler rastet vor Sky-Kameras aus

Nach der unglücklichen 0:1-Niederlage von Bayer Leverkusen gegen Borussia Dortmund: Wie Sky-Reporter Sebastian Hellmann bei einem Ausraster von Rudi Völler kühlen Kopf bewahrte.

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Sky-Reporter Sebastian Hellmann
Sky-Reporter Sebastian HellmannFoto: picture-alliance/ dpa/dpaweb


Rudi Völler und die Fußball-Reporter, das Thema ist nicht ganz neu. Spätestens seit Völlers Mist-Weizenbier-Tirade als Nationaltrainer, die Moderator Waldemar Hartmann 2003 nach einem verkorksten Länderspiel im ARD-Studio über sich ergehen lassen musste, ist bekannt, mit welcher Wut Völler mitunter zu den Medien kommt. Jüngstes „Opfer“: Sebastian Hellmann. Wobei das mit dem Opfer durchaus in Anführungsstrichen zu setzen ist, denn für den Sportjournalisten war Völlers neuerlicher Wut-Auftritt eher eine Sternstunde.
Der Sky-Reporter stellte den Manager von Bayer 04 Leverkusen am Sonntagabend nach dem verlorenen Spiel gegen Borussia Dortmund am Spielfeldrand zur Rede und ließ sich nicht von berechtigten, unbequemen Fragen abbringen. Der Schiedsrichter hatte Bayer-Trainer Roger Schmidt auf die Tribüne verwiesen, das Spiel kurzzeitig unterbrochen und ein Handspiel eines Dortmunders im Strafraum übersehen. Völler redete sich in Rage und zweifelte offenbar an der Kompetenz des Fragestellers.

Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler (r) unterhält sich nach dem Spiel gegen Dortmund mit Schiedsrichter Felix Zwayer.
Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler (r) unterhält sich nach dem Spiel gegen Dortmund mit Schiedsrichter Felix Zwayer.Foto: dpa


Auf Hellmanns Frage, ob Völler denn schon seinen Trainer gesprochen habe, ob dessen Verhalten denn im Sinne des Vereins sein, was dieser gesagt habe, antwortet Völler. „Dass es Elfmeter hätte geben müssen! Mein Gott, was haben Sie denn mit Roger Schmidt! Was wollen Sie eigentlich mit dem Roger Schmidt?“ Hellmann: „Ich finde, er hätte sofort runtergehen sollen. Weil er die Situation so nicht retten kann.“ Völler: „Das hat doch aber nichts mit dem Resultat zu tun! Das ist doch viel wichtiger, dass der keinen Elfmeter gepfiffen hat! Finden Sie nicht?“ Hellmann: „Ich meine doch nur …“ Völler: „Was meinen Sie? Ja? Was?“

„Er hatte seinen Standpunkt, ich meinen."


Völler wird mit den Medien wohl niemals so richtig warm werden, vor allem dann, wenn Journalisten kritische Fragen stellen. Hellmann selbst zeigte sich am Tag danach wenig überrascht von Völlers Ausbruch nach dem Spiel. „Das war so viel Stoff drin. Von der Unterbrechung bis zum nicht gegebenen Handelfmeter. da war klar, dass das ganz munter wird. Gut, dass es Menschen wie Rudi Völler im Fußball gibt. Emotionen und Leidenschaft wollen doch alle. Der Mann ist Fußball.“ Völler und Hellmann hätten am Montag auch telefoniert. „Alles fein“, sagt der Sky-Reporter. „Er hatte seinen Standpunkt, ich meinen. Da muss sich keiner entschuldigen. Ich freue mich auf das nächste Interview mit Rudi Völler.“

Vergleichbares gebe es für einen Fußball-Reporter sonst nur noch bei Louis van Gaal, Felix Magath oder Matthias Sammer. Da musste man schon immer einen geraden Rücken haben, so Hellmann zum Tagesspiegel. Am Dienstagabend kann sich ein Sky-Reporter dafür wieder gerade hinstellen. Da überträgt der Pay-TV-Sender das Champions-League-Spiel Juventus Turin gegen Bayern München, Matthias Sammer inklusive. Das ZDF, welches am Mittwoch die Partie Eindhoven gegen Athletico Madrid zeigt, darf nach der „Follow-your-Team“-Regel erst dann wieder Dienstagsspiele mit deutscher Beteiligung aus der Champions League übertragen, wenn nur noch ein deutscher Verein im Wettbewerb ist.

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