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Castingshows : 90 Sekunden – und ein bisschen Ruhm

18.10.2012 00:00 Uhrvon
Coaches: Alec Völkel (v. li.), Sascha Vollmer (BossHoss), Nena, Xavier Naidoo.Bild vergrößern
Coaches: Alec Völkel (v. li.), Sascha Vollmer (BossHoss), Nena, Xavier Naidoo. - Foto: dpa

Die Pro 7-Sat 1-Castingshow „The Voice of Germany“ geht in die zweite Staffel. Doch Talentsuche im Fernsehen ist längst nicht mehr so beliebt bei den Zuschauern wie früher.

Es gab schon bessere Vorzeichen für das Comeback einer Castingshow. Die Vorreiter „Deutschland sucht den Superstar“ und das mit Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker aufgemotzte „Supertalent“ hatten zuletzt vergleichsweise schwache Quoten bei RTL. Ganz zu schweigen davon, dass von den Siegern dieser Shows hinterher kaum noch etwas zu hören ist. Am Donnerstagabend geht „The Voice of Germany“ bei ProSieben und Sat 1 in die zweite Staffel. Bei dem Format hatte man sich schon bei der Premiere 2011 gefragt: Was soll das Ganze jetzt noch? Im umkämpften TV-Markt der Talent-Shows schien die Show unnötig zu sein. Doch das ungewöhnliche Konzept, in dem die Juroren in der ersten Phase mit dem Rücken zur Bühne sitzen und nur die Stimme übers Weiterkommen entscheiden soll, entpuppte sich als Zuschauermagnet und Kritikererfolg.

Das soll auch trotz gegenläufiger Tendenz im Genre so bleiben. Für die zweite Staffel, erneut mit den Juroren Nena, Xavier Naidoo, Rea Garvey sowie Alec Völkel und Sascha Vollmer von der Band The BossHoss, haben sich die Macher von „The Voice of Germany“ angeblich etwas Neues einfallen lassen. Was genau, das will ProSieben-Geschäftsführer Wolfgang Link nicht verraten. Nur so viel: Es soll noch mehr „gebattelt“ werden. Moderator ist Thore Schölermann, Schauspieler-Beau aus der Soap „Verbotene Liebe“.

„The Voice of Germany“ erreichte Ende 2011 gute Einschaltquoten. Der Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe (14 bis 49) lag bei bis zu 31 Prozent. Das liege auch am respektvollen und ehrlichen Umgang mit den Kandidaten, glaubt Link. Es sei bei „The Voice“ nicht das Ziel, unbegabte Leute zuzulassen und sich auf deren Kosten zu amüsieren. Es gehe um „echte“, „pure“ Talente. So wie die in Berlin lebende Ivy Quainoo. Die Sängerin wurde als The-BossHoss-Schützling zur Gewinnerin der ersten Staffel gekürt.

Normalerweise haben Castingstars nur eine kurze Halbwertszeit. Immerhin, wenige Wochen nach dem Finale trat Quainoo in der „Harald Schmidt Show“ und bei „Verstehen Sie Spaß?“ auf, um ihre Single „Do You Like What You See“ vorzutragen. Im März erschien ihr erstes Album „Ivy“. Nach der Veröffentlichung ging Quainoo auf Radiotour und trat in der Musikshow „The Dome“ auf. Außerdem war sie bei der Echoverleihung 2012 zu Gast und sang mit anderen zu Ehren von Amy Winehouse. Kurz: Bei Universal Music scheint man zufrieden mit dem ersten Jahr des Castingstars, auch wenn man sich offiziell nicht zu Verkaufszahlen äußern möchte.

Auf den Sieg bei der Talentshow von Pro7Sat1 hoffen auch 2012 zahlreiche Bewerber. Bis sie auf die große Bühne dürfen, müssen sie die Vorauswahl überstehen und vor Stimm-Coaches singen. Sind die überzeugt, bekommen die Kandidaten rund 90 Sekunden Zeit, um die Promi-Jury mit Nena & Co. zu überzeugen. Die Macher der Show scheinen zufrieden. Der „Spirit“ in der Show stimme. Kim Sanders, Zweite der ersten Staffel, arbeitet gerade an einer Platte. Sie betont jedoch, es sei schwer, in Deutschland eine Karriere als Solokünstlerin zu starten. So lange die Quote von „The Voice of Germany“ wieder stimmt, dürfte das den Sendern egal sein. Die 14 Shows werden im Wechsel bei Pro 7 (donnerstags) und Sat 1 (freitags) laufen. meh (mit dpa)

„The Voice of Germany“, 

Pro 7, 20 Uhr 15

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