Dead man paying : Adam Ries soll Gebühren zahlen

Seit mehr als 400 Jahren ist der bekannte Rechenmeister tot und trotzdem soll er jetzt seinen Rundfunkbeitrag zahlen. Es ist nicht das erste Mal, dass er dazu aufgefordert wird.

Der bekannte Rechenmeister Adam Ries (1492-1559) soll Rundfunkgebühren zahlen – wieder einmal. Anfang Februar sei beim Adam-Ries-Museum in dessen ehemaligem Wohnhaus in der Annaberger Johannisgasse Post vom „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ eingegangen, adressiert „An Herrn Adam Ries“, bestätigte der Chef des Adam-Ries-Bundes in Annaberg-Buchholz, Rainer Gebhardt, am Mittwoch Medienberichte.

In dem Schreiben sei der vor mehr als 450 Jahren gestorbene Meister aufgefordert worden, für das erste Quartal dieses Jahres 53,94 Euro an Rundfunkgebühren zu entrichten. Der Verein, der das Museum betreibt, habe höflich geantwortet, dass maximal 17,97 Euro fällig sein dürften – wegen der Gemeinnützigkeit von Verein und Museum.

Für Gebhardt ist die Rundfunkrechnung eine Art Déjà-vu-Erlebnis. 2008 wollte die damalige Gebühreneinzugszentrale GEZ schon einmal bei Ries die Hand aufhalten und hatte den „Schwarzseher“ in einem zweiten Schreiben sogar gemahnt. Per Telefon ließen sich die Kontrolleure damals vom Tod des Mathematikers überzeugen. Die Berichte zu der Posse haben Gebhardt zufolge das Museum damals sogar im Ausland bekannt gemacht. „Das war gut.“ Diesmal findet er den Vorfall weniger lustig. „Wir wollen als seriöses Museum wahrgenommen werden.“ dpa/Tsp

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