DER BALL  ist eckig : Das TV-Desaster von 2012

Nur Ewiggestrige und Waldemar Hartmann glauben, dass früher alles besser war. Tatsächlich fällt es vielen Moderatoren und Kommentatoren von ARD und ZDF nicht leicht, mit den Fortschritten in anderen Bereichen der EM-Berichterstattung Schritt zu halten.

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Dass früher alles besser war, das glauben im Ernst ja nur Ewiggestrige, Kulturpessimisten und Waldemar Hartmann. Vor allem Waldemar Hartmann, der sich in seiner unerträglich chauvinistischen Sendung im Prinzip nur darüber beschwert, dass kein Nationalspieler mehr mit ihm Schafskopf spielen will. Denn früher, da gab es ja noch echte schafskopfspielende Typen in der Nationalmannschaft, aber heute, ach, hör mir auf mit heute. Leider ist es aber so, dass das völlig egal ist. Der Fußball heute sieht besser aus als noch vor zwanzig Jahren – auch die Möglichkeiten des Fernsehens, dieses schöne Spiel zu übertragen, sind besser; kein Mensch kann sich allen Ernstes ruckelige Bilder und Telefonleitungskommentare wie anno 1982 wünschen.

Allerdings ist es schade, dass die Moderatoren und Kommentatoren nicht Schritt halten konnten mit der technischen Entwicklung. Das TV-Desaster von 2012 sollte ARD und ZDF zum Umdenken bewegen. Für Waldemar Hartmann werden sie sich sowieso schämen, aber sie sollten sich mal überlegen, ob es eine gute Idee ist, wenn Sven Voss mit Spielern und Trainern nach einem Spiel englisch sprechen darf.

Immerhin versuchen die Verantwortlichen, wo es geht, Wolf-Dieter Poschmann vom Mikrofon fernzuhalten, das klappt noch nicht optimal, Ähnliches versucht die ARD gerade mit Steffen Simon. Béla Réthy bemüht sich ja noch, Oliver Kahn wirkt hingegen so, als stünde er mit Katrin Müller-Hohenstein schon seit vier Jahren auf Usedom, um die Fernsehgartenisierung des ZDF zu vollenden. Talente? Wo denn? Tom Bartels, der gefällt, kam von RTL. Bleiben Gerd Gottlob, der sein ordentliches Handwerk beim NDR lernte, und Oliver Schmidt vom ZDF. Das ist zu wenig. Da muss mehr kommen. Was weiß man in dem Bereich eigentlich über die Spanier? Matthias Kalle

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