Deutscher Computerspielpreis : "Lords of the Fallen" räumt doppelt ab

Beim Deutschen Computerspielpreis gibt es diesmal 13 statt sechs Preise. Die wichtigste Auszeichnung geht an "Lords of the Fallen" von Deck 13.

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Keine Kosten und Mühen gescheut: Am Dienstagabend wurden der Deutsche Computerspielpreis von prominenten Laudatoren übergeben.
Keine Kosten und Mühen gescheut: Am Dienstagabend wurden der Deutsche Computerspielpreis von prominenten Laudatoren übergeben.Foto: Promo

Für die Gala zur Verleihung des Deutschen Computerspielpreises im Berliner Ewerk wurden keine Kosten und Mühen gescheut. Als Moderatoren und Redner hatten die Veranstalter Schauspieler Oliver Kalkofe, YouTube-Star PietSmiet, Schauspielerin Jasmin Tabatabai, Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur und zugleich Vorsitzende der Hauptjury des Preises sowie den Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller verpflichtet. Die Moderation hatte "Tagesschau"-Sprecherin Judith Rakers übernommen. In insgesamt 13 Kategorien statt der bisherigen sechs wurden die mit insgesamt 385 000 Euro dotierten Preise vergeben.

"Lords of the Fallen" ist "Bestes Deutsches Spiel" und hat "Beste Inszenierung"

In der wichtigsten Kategorie "Bestes Deutsches Spiel" wurde das Fantasy-Rollenspiel "Lords of the Fallen" des Frankfurter Entwicklerstudios Deck 13 ausgezeichnet. Die Trophäe wurde dem Team um Jan Klose von Alexander Dobrindt, dem Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur überreicht. "Nach drei Jahren Entwicklungsarbeit kann man gar nicht mehr sagen, ob das eigene Spiel gut oder schlecht ist", sagte ein "überglücklicher" Creative Director und Mitgründer Klose, der für "Lord of the Fallen" auch den Preis für die beste Inszenierung mitnehmen konnte. Deck 13 war bereits bei der Verleihung des Deutschen Entwicklerpreis 2014 als "Bestes Studio 2014" ausgezeichnet worden.

"Mit der Auszeichnung zeigen wir, wieviel Herzblut, Innovationskraft und Potenzial in den kreativen Köpfen der Spieleentwickler steckt“, sagte Minister Dobrindt, der den Computerspielpreis als das Gütesiegel für die besten Spiele „Made in Germany“ bezeichnete. Die Auszeichnung als „Bestes Internationales Spiel“ gewann das Antikriegsspiel „This War of Mine” des polnischen Studios 11Bit Studio aus dem Haus des Münchner Publishers Koch Media.

Nach vielen Kontroversen um den von der Politik ins Leben gerufenen Preis ist die Auszeichnung offenbar bei seiner Bestimmung angekommen: als ernst zu nehmender Wegweiser für qualitativ hochwertige Computer- und Videospiele. Das Prädikat „pädagogisch wertvoll“ steht offensichtlich nicht mehr im Mittelpunkt. Als der Shooter „Crysis“ 2012 als „Bestes Deutsches Spiel“ prämiert wurde, gab es noch massive Kritik an der Juryentscheidung. „Lords of the Fallen“ – freigegeben ab 16 Jahren – ist zwar kein Ballerspiel, gewaltfrei sind die Schwertduelle gegen die Angst einflößenden Gegener allerdings auch nicht. Die Preisvergabe fand im Rahmen der International Games Week statt. Verliehen wird der Preis durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und die Branchenverbände BIU und Game.

In 13 Kategorien sind am Dienstag,die besten Spiele des Jahres mit dem Deutschen Computerspielpreis im Berliner ewerk ausgezeichnet worden. Neu in diesem Jahr: die Kategorien „Beste Innovation“, „Beste Inszenierung“, „Bestes Gamedesign" sowie die drei undotierten internationalen Kategorien „Bestes Internationales Spiel“, „Bestes Internationales Multiplayer-Spiel“ und „Beste Internationale neue Spielwelt“.

Insgesamt 320 Einreichungen musste die Jury bewerten

Premiere feierte in diesem Jahr auch der Publikumspreis, über den allein die Spieler und Fans per Online-Voting entschieden haben. Vor über 600 Gästen aus der Computer- und Videospielbranche, Wirtschaft, Politik, Kultur und Medien präsentierte Moderatorin Judith Rakers gemeinsam mit prominenten Rednern und Laudatoren die Sieger. Ermittelt wurden die Gewinner aus 320 Einreichungen durch eine mit Experten besetzte Fachjury sowie eine Hauptjury. Insgesamt 60.000 Euro gingen an Studenten aus Trier, Köln und Darmstadt, die in der Kategorie Bestes Nachwuchskonzept Fördergeld erhielten.

Alle Gewinner des Deutschen Computerspielpreises 2015:

Gewinner in der Kategorie Bestes Kinderspiel

"Fire" von Daedalic Entertainment, Hamburg

Gewinner in der Kategorie Bestes Jugendspiel

"TRI: Of Friendship and Madness", Rat King Entertainment, Rising Star Games, Halle

 

Gewinner in der Kategorie Bestes Serious Game

"Utopolis - Aufbruch der Tiere" Reality Twist, Nemetschek Stiftung, München

 

Gewinner in der Kategorie Bestes Nachwuchskonzept

"In Between", Hochschule Trier

"UnderRaid", Hochschule Darmstadt / Mediencampus Dieburg

"Simon Cooks", SAE Institute Köln

 

Gewinner in der Kategorie Bestes Mobiles Spiel

"Rules!", The Coding Monkeys, München

 

Gewinner in der Kategorie Bestes Gamedesign

"The Last Tinker – City of Colors", Mimimi Productions, München

 

Gewinner in der Kategorie Beste Inszenierung

"Lords of the Fallen", Deck13, CI Games S.A., Frankfurt/Main

 

Gewinner in der Kategorie Beste Innovation

"Spiel des Friedens" Studio Fizbin, Ludwigsburg, Landesmuseum für Kunst und Kultur Münster

 

Gewinner in der Kategorie Beste Internationale neue Spielewelt

"This War of Mine", 11Bit Studios, Polen, Koch Media

 

Gewinner in der Kategorie Bestes Internationales Multiplayer-Spiel

"Hearthstone: Heroes of Warcraft", Blizzard

 

Gewinner in der Kategorie Bestes Internationales Spiel

"This War of Mine" 11bit Studios, Polen, Koch Media

 

Gewinner in der Kategorie Bestes Deutsches Spiel

"Lords of the Fallen" Deck13, Frankfurt/Main, CI Games S.A.

 

Gewinner in der Kategorie Publikumspreis

"Dark Souls 2", From Software, Bandai Namco Entertainment

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