"Deutschland Kurier" : DuMont-Verlag prüft Klage gegen AfD-nahes Blatt

Die Kölner Mediengruppe sieht eine "rechtspopulistische Vereinnahmung" seines "Berliners Kuriers" durch den neuen "Deutschland Kurier".

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Äußerlich zu ähnlich? Die Logos von "Deutschland Kurier" und "Berliner Kurier" online.
Äußerlich zu ähnlich? Die Logos von "Deutschland Kurier" und "Berliner Kurier" online.Screenshots: Tsp

Gleich eine mögliche Klage zum Start: Der am Mittwoch und Donnerstag in Berlin erstmals in einer Auflage von 600.000 in Haushalten kostenlos verteilte „Deutschland Kurier“, herausgegeben vom „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten“, hat sich den Unmut der Mediengruppe DuMont zugezogen. Diese neue Publikation und der Onlineauftritt stünden in keinerlei Verbindung zum „Berliner Kurier“, teilte der Verlag auf seiner Website mit. „Es werden alle juristisch möglichen Schritte geprüft, um gegen diese offensichtlich rechtspopulistische Vereinnahmung des ,Berliner Kurier’ vorzugehen.“

Tatsächlich ähnelt sich das Logo der beiden Zeitungen. Inhaltlich sieht das natürlich ganz anders aus. „Unsere erfahrenen Redakteure nehmen den Linksrutsch der Medienlandschaft und das Denk- und Schreibdiktat der Political Correctness nicht mehr länger hin“, sagt Chefredakteur David Bendels. Der der AfD nahestehende „Deutschland Kurier“ behandelt in seiner ersten Ausgabe Themen wie „Einwanderungsbetrug“, „Merkel irrer als Trump?“ oder auch „Rot-Rot-Grün macht Berlin zur Lachnummer“ („Randalierende Hausbesetzer genießen Narrenfreiheit, die Drogendealer im Görlitzer Park ebenfalls“).

Autoren sind Erika Steinbach, Maximilian Krah, Guido Rell und Peter Bartels. Vielen ist das ein Dorn im Auge: Am Mittwoch gab es massive Angriffe auf die Website und auf das IT-System des neuen „Kuriers“.

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